
Zum ersten Thema ein Blick in den STANDARD aus Österreich. "Was ist schlimmer, als auf der Liste der Feinde der größten Militärmacht der Welt zu stehen? Ihr Freund zu sein, ist man versucht zu sagen, angesichts von Donald Trumps jüngsten Ausfällen gegen Staaten, mit denen die USA eigentlich verbündet sind. Was Kanada, Mexiko und Europa aus der amerikanischen Handelspolitik kennen, bei der sie regelmäßig mit neuen Strafzöllen bedroht werden, trifft nun Staaten, deren Sicherheit seit Jahrzehnten von Washington garantiert wird oder die aktuell den USA zur Seite stehen", stellt DER STANDARD aus Wien fest.
"So wie Trumps bizarre Drohung, den Oman in Grund und Boden zu bomben, wirft auch seine Kritik an den US-Manövern mit Südkorea ernste Fragen zur US-Außenpolitik auf", fährt THE AUSTRALIAN aus Sydney fort. "Trump mag frustriert sein, weil er unfähig ist, einen Ausweg aus dem Iran-Dilemma zu finden. Doch das ist kein Grund, sich gegen den Oman zu wenden, der dem US-Militär ungehinderten Zugang zu Häfen und Flugplätzen gewährt. Kaum weniger irritierend ist Trumps Anordnung, das Engagement der USA für die Manöver mit Südkorea zurückzufahren. Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch China sehen das südkoreanische und das US-Militär ihre Übungen als unverzichtbar an. Das gilt umso mehr, als das Regime in Nordkorea durch die Entsendung von Soldaten zur Unterstützung von Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine Erfahrungen auf dem Schlachtfeld gesammelt hat, auch mit Drohnen und Raketen. Trump denkt augenscheinlich, dass er das ignorieren könne", glaubt THE AUSTRALIAN.
Auch POLITIKEN aus Kopenhagen klingt besorgt. "Innerhalb weniger Tage hat Donald Trump mit dem Oman und Südkorea gleich zwei Verbündete vor den Kopf gestoßen und Zugeständnisse an Amerikas Erzfeind Nordkorea gemacht. Eine Zeit der Verwirrungen, gelinde gesagt. Und es ist noch längst nicht entschieden, wohin diese wilden Vorstöße die Welt führen sollen."
Die japanische Zeitung NIHON KEIZAI SHIMBUN mutmaßt mit Blick auf Trumps Ankündigungen gegenüber Südkorea: "Man kann sich nichts anderes vorstellen, als dass er aus Rastlosigkeit gehandelt und instinktiv an eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un gedacht hat. Wobei der US-Präsident von seinen Nachrichtendiensten darüber informiert worden sein dürfte, dass sich Nordkorea gerade in einer Position der Stärke gegenüber den USA befindet - nicht zuletzt wegen der Kooperation mit China und Russland. Für Japan ist all das eine sehr besorgniserregende Entwicklung", urteilt NIHON KEIZAI SHIMBUN aus Tokio.
"Nordkorea hat die Beziehungen zu Russland ausgebaut und beteiligt sich de facto am Angriffskrieg gegen die Ukraine", unterstreicht auch die Zeitung DIENA aus dem lettischen Riga. "Moskau liefert Pjöngjang dafür Militärtechnologie und leistet wirtschaftliche Unterstützung, die das Kräftegleichgewicht auf der koreanischen Halbinsel verschiebt. Nicht weniger ins Gewicht fällt die Absicht der Regierung von Donald Trump, die Militärhilfen für Südkorea zurückzufahren."
THE KOREA TIMES aus Seoul ist beunruhigt. "Trump scheint auf eine Strategie aus seiner ersten Amtszeit zurückzugreifen: den militärischen Druck auf Nordkorea zu verringern, den persönlichen Draht zu Machthaber Kim Jong-un hervorzuheben und einen spektakulären Deal auf höchster Ebene anzustreben. Doch die Lage hat sich gründlich verändert. Nordkorea ist stärker bewaffnet und hat seine militärischen Bande zu Russland ausgebaut. Washington aber steckt fest in einem langwierigen Krieg mit dem Iran, der militärische Ressourcen bindet", gibt die KOREA TIMES aus Südkorea zu bedenken.
Auch die türkische Zeitung YENI ŞAFAK sieht Trump in einer schwierigen Lage - gerade mit Blick auf den Iran-Krieg. "Die USA könnten zwar militärische Einrichtungen im Iran angreifen und dessen Infrastruktur zerstören. Einen eindeutigen Sieg könnten sie aber nicht beanspruchen, solange sie den Iran nicht zur Akzeptanz ihrer Bedingungen zwingen. Dadurch entsteht eine Dynamik, die Trump zunehmend unruhig macht. Und das veranlasst ihn, zu rhetorischen Mitteln zu greifen wie der Drohung mit einem Angriff auf den Oman." Das war ein Auszug aus YENI ŞAFAK, die in Istanbul erscheint.
"Trumps neuester Prügelknabe ist der Oman", steht auch für TAKUNGPAO aus Hongkong fest. "Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass sich immer mehr seiner früheren Wähler wegen steigender Lebenshaltungskosten von ihm abwenden. Trumps Umfragewerte sind jüngsten Umfragen zufolge auf 33 Prozent gesunken. Vier Fünftel der Befragten gehen davon aus, dass der Konflikt mit dem Iran noch lange andauern wird. Dass der US-Präsident nun die Beherrschung verloren und sich am Oman abreagiert hat, zeigt lediglich, wie frustriert er über den Verlauf des Kriegs ist." So weit die Einschätzung von TAKUNGPAO.
"Offiziell wahrt der Oman im Konflikt zwischen dem Iran und den USA Neutralität", stellt die NESAWISSIMAJA GASETA aus Moskau fest. "Gleichzeitig unterhält das Land historisch gewachsene, starke Beziehungen zum Vereinigten Königreich, seiner ehemaligen Kolonialmacht, und zu den USA. Seine Häfen und Luftwaffenstützpunkte werden regelmäßig vom US-Militär genutzt. Schließlich ist der Oman ein bedeutender Akteur auf dem Ölmarkt und belegt weltweit Platz 24 hinsichtlich der Ölreserven. Ein Krieg im Oman würde sich unweigerlich auf die Benzinpreise für die amerikanischen Wähler auswirken – ein Szenario, das Trump angesichts der in wenigen Monaten anstehenden Kongresswahlen sicherlich vermeiden möchte." Das war die russische NESAWISSIMAJA GASETA.
Und der britische TELEGRAPH bringt seine Meinung in einem Satz auf den Punkt: "Es sagt viel über die Großspurigkeit des US-Präsidenten aus, dass niemand seine Drohung ernst genommen hat."
In den USA hat ein weiterer Prozess gegen den Meta-Konzern begonnen. Mehrere Bundesstaaten werfen dem Unternehmen vor, Minderjährige abhängig zu machen. "Die Klage ist eine von tausenden, die von Bundesstaaten, Schulbezirken und Einzelpersonen gegen Meta, Youtube, Tiktok und Snap - dem Eigentümer von Snapchat - eingereicht wurden", erläutert die NEW YORK TIMES. "In den Prozessen wird geltend gemacht, dass Social-Media-Plattformen Kindern Schaden zugefügt hätten - mit süchtig machenden Produkten. Das Vorgehen erinnert an die juristischen Strategien, die schon in den Neunziger Jahren gegen die großen Tabakkonzerne angewandt wurden. Der jetzige Fall stellt eine erhebliche rechtliche Bedrohung für Meta dar. Sollten die Bundesstaaten gewinnen, wollen sie nach eigenen Angaben Strafen von fast 200 Milliarden Dollar fordern - wegen Verstößen gegen den Verbraucherschutz. Das wären etwas mehr als 14 Prozent des gesamten Börsenwertes des Unternehmens. Dieser lag am Dienstag bei knapp 1,4 Billionen Dollar", merkt die NEW YORK TIMES an.
"In Bezug auf die Auswirkungen auf Heranwachsende ist die Naivität jetzt langsam am Ende", findet der KURIER aus Wien. "Das zeigt der Prozess in den USA, aber auch Maßnahmen wie Social-Media-Verbote. Ob diese angesichts schwieriger Umsetzbarkeit der Weisheit letzter Schluss sind, ist eine andere Frage. Aber zumindest wird das Thema endlich ernst genommen. Der Ansatz, den man in den USA wählt, geht tiefer: Man will Meta zu technischen Änderungen zwingen. Etwa dazu, die Algorithmen umzubauen oder das automatische Abspielen weiterer Videos zu unterbinden. Das packt das Problem an der Wurzel. Und es würde am Ende wohl auch dem einen oder anderen Älteren helfen. Denn auch Erwachsene sind vor den negativen Effekten von Zuckerbergs Plattformen nicht gefeit", betont der KURIER aus Österreich mit Blick auf den Chef des Meta-Konzerns.
