
"Es nützt kein Huldigen mehr, kein Hadern, kein Bedauern", schreibt der KÖLNER STADT-ANZEIGER: "US-Präsident Trump reagiert nur auf Stärke, nie auf Schwäche. Wenn ihm dämmert, dass Europa als größter Binnenmarkt der Welt auch für die USA ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor ist, wird er sich die Zollstrafen für Länder, die nichts anderes machen, als ihren Pakt der Solidarität zu erfüllen, noch einmal überlegen. Dringend nötig ist, dass Europas Politiker und Topmanager beim Weltwirtschaftsforum in Davos selbstbewusst auftreten. Aber niemand sollte sich täuschen: Auf Trump ist kein Verlass", betont der KÖLNER STADT-ANZEIGER.
"Wenn Trump die Boxerhandschuhe anzieht, müssen es auch die Europäer tun", fordert der MÜNCHNER MERKUR: "Doch die Wahrheit ist: Um einen Wirtschaftskrieg zu gewinnen, fehlt es der EU an Schlagkraft – erst recht, wenn Trump die militärische Trumpfkarte ausspielt und mit dem Ende der Ukrainehilfe droht. Deutschland steckt in der Rezession, hat sich mit seiner Energiewende selbst ins Aus geschossen und sich mit seiner grün inspirierten Politik technologisch amputiert. Und SPD-Chef Klingbeil, der nun die Backen aufbläst und eine harte Antwort für Trump fordert, torpediert mit seiner SPD eine Reform des Wirtschaftsstandorts. Trump riecht diese Schwäche – deshalb greift er so brutal in Grönland an, so wie Putin davor in der Ukraine zugeschlagen hat", analysiert der MÜNCHNER MERKUR.
"Das gemeinsame Vorgehen der Europäer gegen die Grönland-Pläne des US-Präsidenten soll ein Sondergipfel der EU sichern", notiert die VOLKSSTIMME aus Magdeburg: "Das Bild der Geschlossenheit stört aber schon, dass sich kurz vor dem Gipfel EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen einem Misstrauensvotum stellen muss. Es ist bereits der vierte Anlauf aus dem EU-Parlament innerhalb eines halben Jahres für eine Absetzung der Kommissionschefin. Das trägt zur Verunsicherung in der Brüsseler Führung genauso bei wie die Dauerkritik an der EU-Außenbeauftragten Kallas. Diese stellt bei jeder Gelegenheit ihre Ukraine-Obsession heraus, ist bei anderen außenpolitischen Themen aber schwach bis unbeleckt und folglich nicht in der Lage, ihr Aufgabenspektrum vernünftig abzudecken. Besonders die Südländer in der EU fühlen sich von der allein auf die Abwehr Russlands fixierten Estin nicht vertreten", beobachtet die VOLKSSTIMME.
"Die EU ist durch ihre Fixierung auf die Ukraine erpressbar geworden", meint auch die TAGESZEITUNG – TAZ: "Sie hat eine Konzession nach der anderen gemacht– in der irrigen Hoffnung, Trump zu besänftigen und ihn wenigstens in der Ukraine bei der Stange zu halten. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, im Gegenteil. Trump fährt die Hilfe für die Ukraine immer weiter herunter, gleichzeitig dreht er die Daumenschrauben für die EU immer mehr an. Nun sehen sich die Europäer einem Zwei-Fronten-Krieg ausgesetzt. Wenn sie in dieser verzweifelten Lage nicht endlich aufwachen und zu Gegenwehr blasen, ist ihnen nicht mehr zu helfen", befürchtet die TAZ.
"Die größte Militärmacht der Welt könnte Grönland ohne größere Probleme einnehmen und zum 51. Bundesstaat erklären", heißt es in der SÜDWEST PRESSE aus Ulm: "Nur bedeutete dieser Schritt eben auch das Ende der Nato. Denn die Europäer können einen derartigen Verstoß gegen die Regeln des Bündnisses nicht hinnehmen. Welches Land wird schließlich noch ernsthaft darauf setzen, dass die USA zur Hilfe eilen, sollte es überfallen werden. Europa steckt in einer strategischen Klemme, denn ohne die USA hätte es nicht genügend Abschreckungspotenzial gegen Russland zur Verfügung. Deshalb kann es durchaus sein, dass der Zusammenbruch des Bündnisses nicht unmittelbar erfolgt, sondern erst einmal schleichend, zum Nachteil beider Seiten", vermutet die SÜDWEST PRESSE.
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen blickt auf ein Jahr US-Präsidentschaft Trumps: "Er hat die USA nach seinem Willen umgebaut und lässt die Welt spüren, welche Machtfülle der US-Präsident auf sich vereint. Doch er ist nicht unaufhaltsam. Der Druck kommt von innen, und er wächst. Schon Ende 2025 haben die Republikaner wichtige Gouverneurswahlen an die Demokraten verloren. Dabei zeigt eine Umfrage nach der anderen, wie unzufrieden die US-Amerikaner mit Trump sind. Auch wenn er sich für unantastbar hält: Noch ist Amerika eine Demokratie. Und Wahlen können Machtgefüge ändern", unterstreicht die RHEINPFALZ.
Nun zu einem anderen Thema. Die Bundesregierung unterstützt den Kauf neuer Elektroautos rückwirkend zum 1. Januar. "Die Elektromobilität in Deutschland braucht einen kräftigen Schub", findet die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: "Bislang ist gerade mal jedes fünfte neu zugelassene Auto ein Elektroauto. Da geht mehr, da muss mehr gehen. Mit ihrer neuen Förderung schieben Union und SPD den Markt jedoch in die falsche Richtung. Statt sich rein auf E-Autos zu konzentrieren, fördern sie auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender. Das ist inkonsequent und planlos. Hybridautos sind schlechter für die Umwelt", bemängelt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG konstatiert: "Elektroautos heizen die Erderwärmung weniger an als Diesel und Benziner. Fakt ist auch: Die Chinesen bauen teils bessere und meist deutlich billigere E-Autos als Volkswagen – und als BMW und Mercedes sowieso. Aber solange CSU-Chef Söder und seine Freunde weiter das Hohelied des Verbrenners singen und solange das Tanken von Strom auf den Kilometer gerechnet teurer ist als Sprit, wird es viele Skeptiker und Gegner der Verkehrswende geben. In Jubel wird die Mehrheit ohnehin nicht ausbrechen, wenn die Kaufprämie für maximal 800.000 Fahrzeuge reicht", glaubt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.
Das STRAUBINGER TAGBLATT moniert: "Damit die E-Mobilität den Massenmarkt erobert, braucht es keine weiteren Subventionen beim Kauf, sondern faire Strompreise für alle. Eine Deckelung der Netzentgelte für Ladestrom oder eine striktere Regulierung der Roaming-Kosten wäre viel nachhaltiger als jeder Bonusscheck. An Tankstellen sieht man den Preis sofort, an der Ladesäule aber nicht. Ohne eine Lösung für das Preisdilemma an der Ladesäule bleibt das E-Auto für zu viele Nutzer eine Mogelpackung: schick anzusehen und subventioniert beim Kauf, aber schnell zu teuer, sobald man ihn wirklich bewegen will", kritisiert das STRAUBINGER TAGBLATT.
Zuletzt zwei Kommentare zum Verzicht von Bischof Bätzing auf eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg ist der Ansicht, dass Bätzing den Zeitpunkt klug gewählt hat: "Kurz vor der letzten Vollversammlung des Synodalen Wegs zieht sich der Limburger Bischof zurück, bevor der Reformprozess in eine konfliktreichere Phase eintritt. Bätzing stand zwischen dem Reformdruck der Laien, der Skepsis vieler Bischöfe und den Einwänden aus dem Vatikan – ein Spannungsfeld, das ihn aufgerieben hat. Der im Februar zu wählende Nachfolger wird vor allem Erwartungen dämpfen und die Kommunikation mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und dem Vatikan ordnen müssen. Ein genereller Abschied vom eingeschlagenen Reformkurs gilt als riskant, weil er den Vertrauensverlust in die Kirche vertiefen und weitere Austritte befördern könnte", mutmaßt die SCHWÄBISCHE ZEITUNG.
"Mit Bätzings Rückzug verschwinden die Reformwünsche nicht", prognostizieren auch die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN: "Es muss jemand an die Spitze, der nicht nur ausgleichend moderiert. Denn die Kirche in Deutschland kämpft nicht mehr nur um Reformen, sondern schlicht um ihre Existenz in einer säkularen Gesellschaft. Wer auch immer Bätzing nachfolgt, muss den Mut haben, die Institution radikal vom Kopf auf die Füße zu stellen – auch gegen den Widerstand derer, die den Status quo für heilig halten." Mit dem Kommentar der MEDIENGRUPPE BAYERN endet diese Presseschau.
