26. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN kommentieren den Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit:

Eine Computertastatur, darüber liegt ein Schild mit der Aufschrift "Teilzeit"
Die Diskussion um die Teilzeit ist ein Thema der Wirtschaftspresseschau. (imago / Steinbach)
"Die Komplexität und Härte der Arbeitswelt sind offenbar vielen in der Politik nicht präsent. Und: Es gäbe viele andere Stellschrauben, um Arbeit attraktiver zu machen. Weniger Abgaben und Steuern auf Erwerbsarbeit vor allem. Oder die Abschaffung des Ehegattensplittings, das es für manche Frauen immer noch attraktiver macht, nicht zu arbeiten, auch wenn sie es könnten. Davon ist aber nicht die Rede in der Wirtschaftsunion oder beim Kanzler. Dort wird den Beschäftigten viel zu pauschal Missbrauch oder Arbeits-Unlust unterstellt."
Das HANDELSBLATT aus Düsseldorf geht auf das Weltwirtschaftsforum in Davos ein, auf dem sich die Europäer den jüngsten Forderungen und Drohungen von US-Präsident Trump entgegengestellt haben:
"Gegenwehr und glaubwürdige Abschreckung, etwa in der Zollfrage, lohnen sich. Bislang gingen Trumps Kalküle vor allem deshalb auf, weil die Opfer seiner Aggression sich meistens wegduckten und naiv darauf hofften, dass es so schlimm nicht kommen würde. Das scheint mit der Selbstermächtigung von Davos vorbei zu sein. Dass der Prozess der europäischen Emanzipation zu beginnen scheint, ist nicht zuletzt auch dem kanadischen Premierminister Carney zu verdanken, der in einer nachdenklichen wie selbstkritischen Rede in Davos zur Zusammenarbeit der Mittelmächte aufgerufen hat, wollten sie nicht auf der 'Speisekarte' der Großmächte landen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG thematisiert das Votum der Grünen im EU-Parlament zum Mercosur-Freihandelsabkommen:
"Europa will sich von den Vereinigten Staaten weniger abhängig machen, aber die Grünen im Europaparlament ziehen nicht mit. Sie spielen damit dem Populismus in die Hände. Es ist erst ein paar Tage her, da galten die deutschen Grünen als die standhaftesten Verteidiger der liberalen Demokratie in Deutschland und der Welt. Von den Rechtspopulisten grenzte sie sich so scharf ab wie niemand sonst, mit Ausnahme der Linkspartei. Damit ist es seit dem vorigen Mittwoch vorbei. Ungefähr zum selben Zeitpunkt, zu dem US-Präsident Trump in Davos über grönländische und andere Fragen schwadronierte, bogen acht der elf deutschen Europaabgeordneten falsch ab, so sehen es zumindest fast alle Parteifreunde in Bund und Ländern, die politische Konkurrenz sowieso. Das Problem haben jetzt nicht nur die Grünen, sondern die ganze Europäische Union. Selbst wenn das Mercosur-Abkommen jetzt vorläufig in Kraft tritt, sendet das Votum ein weiteres Signal mangelnder Handlungsfähigkeit."