
Die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG kommentiert:
"Für die Küstenregionen ist der Gipfel Versprechen und Zumutung zugleich. Wo Häfen ausgebaut, Trassen an Land geführt und bisher ruhige Küstenabschnitte industrialisiert werden, reicht es nicht, nur auf den Jobmotor zu verweisen. Akzeptanz entsteht erst, wenn Anwohner ernsthaft beteiligt werden, Naturräume erhalten bleiben und Tourismusorte nicht im Baustellen- und Anlieferverkehr ersticken. Die politische Aufgabe ist damit klar: Die Nordsee als Energie- und Machtzentrum voranzutreiben, ohne sie zum reinen Nutzraum zu degradieren."
Politiker und Wissenschaftler fordern, Deutschlands Goldreserven aus New York abzuziehen. Sie fürchten, US-Präsident Trump könnte sie beschlagnahmen lassen.
Das HANDELSBLATT kommentiert:
"Trump lässt einen Tabubruch auf den nächsten folgen. Womöglich lässt der US-Präsident morgen den Goldschatz der Bundesbank konfiszieren, um NATO-Schulden einzutreiben. Die Vorstellung klingt aberwitzig. Doch Trump will sich die US-Notenbank, die mehr als ein Drittel des deutschen Goldschatzes hütet, untertan machen. Sollte die Bundesbank ihr Gold deshalb vorsorglich aus New York abziehen? Nein, das sollte sie nicht. Goldbarren, die in DHL-Frachtern ausgeflogen werden, würden zum Sinnbild des Bruchs mit Amerika. Das eigentliche Risiko sind Abhängigkeiten an anderen Stellen. So braucht Europa endlich ein autarkes digitales Zahlungssystem für den Euro-Raum. Nur dann kann sich die Wirtschaft von Mastercard, Visa und Paypal emanzipieren, was dringend geboten ist."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU blickt auf den Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit:
"Eines muss man den Lautsprechern in der Union lassen: Sie schaffen es, auch die dümmsten Themen zu platzieren. Ja, viele Menschen in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Der Grund: Heute arbeiten einfach viel mehr Frauen und Ältere, die früher nicht gearbeitet haben. Gleichzeitig gehen Vollzeitstellen verloren. Es sind vor allem Frauen, die ihre Arbeitszeit reduzieren – aber nicht, um in hippen Cafés zu sitzen oder extravaganten Hobbies nachzugehen. Hauptgründe für Teilzeit sind die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Verwandten."
DER TAGESSPIEGEL aus Berlin notiert:
"Die Probleme liegen anderswo, etwa in fehlender Betreuung. Familienfreundlich ist jedenfalls nicht, wer es Eltern mit Begründungspflichten noch schwerer macht. Helfen würde auch, das Ehegattensplitting in Kombination mit Minijobs zu streichen. All das findet sich in dem Unionspapier allerdings nicht. Über den CDU-Parteitag hinaus dürfte es der Vorschlag zum Glück nicht schaffen."
