28. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - die Wirtschaftspresseschau

Ein weißes, verwittertes Hinweisschild mit der Aufschrift "Freihandelsabkommen", befestigt mit Schrauben an einer Wand mit der Flagge der Europäischen Union und der Nationalflagge der Republik Indien.
Symbolisches Schild Freihandelsabkommen EU - Indien (picture alliance/SULUPRESS.DE/Torsten Sukrow)
Das HANDELSBLATT kommentiert das EU-Handelsabkommen mit Indien und rückt dessen geopolitische Bedeutung in den Vordergrund:
"Kaum ein anderes Land ist von Trumps Zöllen so stark betroffen wie Indien – derzeit gilt ein Zollsatz von 50 Prozent, der indischen Textilfabriken Geschäfte mit dem bislang wichtigsten Handelspartner USA so gut wie unmöglich macht. Die Annäherung an die EU ist die richtige Antwort darauf."
Die WIRTSCHAFTSWOCHE führt aus:
"Indien will die Zölle auf aus der EU importierte Autos drastisch senken, von 110 Prozent auf nur noch 40 Prozent. Doch deutsche Autobauer sollten nicht darauf wetten, dass ihnen der indische Markt allein aus der strukturellen Krise helfen wird. Der indische Markt ist extrem preissensibel. Zu preissensibel für deutsche Marken, die bis zur letzten Schraube beste Qualität bieten können. Noch immer kann sich die Mehrheit kein Auto leisten. Und wenn, dann greift die indische Mittelschicht lieber zu günstigeren Modellen. Auch ein Auto von Maruti Suzuki – Indiens beliebtester Pkw-Marke mit einem Marktanteil von 40 Prozent – tut schließlich das, was es soll: Es fährt. Und das schon ab 5.800 Euro."
Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports will Puma-Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro und somit 29 Prozent der Anteile an dem Unternehmen übernehmen. Für die BÖRSEN-ZEITUNG ist klar:
"Es ist viel mehr als ein Eigentümerwechsel. Dass Puma einen chinesischen Großaktionär bekommt, wird die Strategie des Sportartikelkonzerns erheblich beeinflussen. China wird in der regionalen Ausrichtung eine viel größere Bedeutung bekommen. Und besonders dort wird die Marke näher an Markt und Kunden rücken und mehr Tempo machen. Die französische Unternehmerfamilie Pinault, die ihren Puma-Anteil an Anta verkauft, konnte der Marke mit der Raubkatze keine Impulse geben. Für das 1948 von Rudolf Dassler in der fränkischen Kleinstadt Herzogenaurach neben Adidas gegründete Unternehmen bedeutet der Einstieg der Chinesen eine Zeitenwende."
Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst fordert die Gewerkschaft Verdi für die Beschäftigten sieben Prozent mehr Geld und erhöht den Druck auf die Arbeitgeber mit Warnstreiks. Dazu schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Es gibt ein Vorbild wie ein guter Gehaltsabschluss aussehen könnte. 2025 hat Verdi für die Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 5,8 Prozent mehr Gehalt herausgeholt, verteilt auf gut zwei Jahre. Ein Tarifdeal für die Bundesländer sollte in der Nähe dieser Marke liegen. Für die Bürger hätte eine Einigung den Vorteil, dass es mit den Streiks bald vorbei ist. Wenn es draußen friert, ist man froh, wenn der Alltag nicht zusätzlich schwieriger wird."