
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt:
"Mit jedem kalten Tag wird sichtbarer, wie dünn die Sicherheitsdecke im Erdgas-Land Deutschland noch immer ist. Die Speicher sind in diesem Winter auffällig schnell geleert worden. Wirtschaftsministerin Reiche erklärt, Sorgen seien nicht angebracht. Auch die Bundesnetzagentur betont: Versorgung stabil. Speicherbetreiber und Teile der Branche sehen das kritischer. Das Grundproblem: Deutschlands Abhängigkeit ist nach dem Ende des russischen Pipelinegases nicht verschwunden, sie hat nur die Adresse gewechselt. Der Löwenanteil unseres Gases kommt heute per Pipeline aus Norwegen, und das LNG zu rund 95 Prozent aus den USA. Das Szenario eines Anschlags auf Pipelines ist nicht sehr weit hergeholt, und in den USA regiert ein Präsident, der Energie als Druckmittel begreift. Sicherheit sieht anders aus."
Die BÖRSEN-ZEITUNG lobt den Einstieg des Staates beim Netzbetreiber Tennet:
"Wie existenziell wichtig das funktionierende Stromnetz ist, darauf hat der Sabotageakt im Januar in Berlin ein Schlaglicht geworfen. Was auch immer in der kritischen Infrastruktur zusammenbricht – am Ende wird sich der Bund mit den Folgen befassen müssen. Deshalb ist es richtig, dass sich die Bundesregierung jetzt mit dem Einstieg beim wichtigsten deutschen Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany direkten Einfluss verschafft. Die 3,3 Mrd. Euro, die die KfW für 25,1% der Anteile an die niederländische Tennet Holding zahlt, sind nur ein erster Schritt. Um den Ausbau der Stromnetze sicherzustellen und China außen vor zu halten, genügen bedeutende Minderheitsbeteiligungen. Das hat die KfW bei 50Hertz und TransnetBW bewiesen."
Und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG geht auf die Schwäche des US-Dollars ein:
"Mit seinen Attacken auf die Federal Reserve und seiner unberechenbaren Zollpolitik hat der US-Präsident den Beginn einer neuen Ära markiert: eine des Abstiegs des Dollars. Trump ist das sogar recht. Er sehnt sich nach einem schwachen Dollar, um die eigene Exportwirtschaft anzukurbeln – eine echte Gefahr für viele Exporteure hierzulande. Die Situation heute bietet aber auch eine Chance für Europa. Der Euro könnte die Dollar-Dominanz durchbrechen. Das passiert nicht über Nacht. Der Dollar selbst löste das britische Pfund als Leitwährung erst schrittweise ab. Trumps Präsidentschaft aber könnte den entscheidenden Kipppunkt markieren, an dem der Dollar seine Magie verloren hat."
