
Die WIRTSCHAFTSWOCHE bemerkt:
"Ausgerechnet Novo Nordisk. Der Konzern, der die Abnehmspritze erfand, damit einen weltweiten Hype auslöste und noch 2024 an der Börse das wertvollste Unternehmen Europas war. Den letzten Umsatzrückgang gab es vor zehn Jahren. Der Absturz hat tatsächlich viel mit US-Präsident Donald Trump und seiner Politik, die Medikamentenpreise zu senken, zu tun. Einerseits. Andererseits geht es aber auch um eigenes Versagen. Die Dänen haben anfangs die Nachfrage nach Abnehmspritzen völlig unterschätzt – und sind hinter ihren Konkurrenten Eli Lilly zurückgefallen."
Die BÖRSEN-ZEITUNG wendet ein:
"Auch wenn Novo Nordisk im aufkommenden Markt für Abnehm-Pillen in den USA derzeit noch ein Monopol hat, muss man konstatieren: Die Zeiten, in denen das Unternehmen aufgrund seines Vorsprungs in der Entwicklung von GLP-1-Medikamenten Geld ohne Ende scheffeln konnte, sind vorbei. Die Liste der künftigen Wettbewerber wird immer länger, und das Ende des Patents für Novos Wirkstoff Semaglutid rückt gleichzeitig näher. In China, wo die Generikabranche bekanntermaßen stark ist, läuft es sogar schon in diesem Jahr aus."
Das STRAUBINGER TAGBLATT beschäftigt sich mit einem Cloud-Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz, das die Deutsche Telekom in München in Betrieb genommen hat:
"Die digitale Unabhängigkeitserklärung hat einen Schönheitsfehler. Die Hardware des Rechenzentrums kommt nach wie vor aus den USA, nämlich von Nvidia. Deutsche oder europäische Chiphersteller können die benötigten spezialisierten Grafikprozessoren nicht liefern. Die Abhängigkeit von außereuropäischer Hardware bleibt also bestehen. Immerhin müssen die Nutzer der Münchner KI-Fabrik nicht befürchten, Willkür oder Erpressung ausgeliefert zu sein."
Das HANDELSBLATT geht auf Europas Bemühungen ein, verflüssigtes Erdgas - kurz LNG - zu kaufen:
"Lieferkettenregulierung, Methan-Verordnung und das Beharren auf möglichst kurzen Vertragslaufzeiten machen die Europäer zu unattraktiven Kunden. Deutschland ist einer der Leidtragenden. Den idealen LNG-Lieferanten wird die EU nicht finden. Und nur auf die Amerikaner zu setzen, die sich 'Energie-Dominanz' zum Ziel gesetzt haben, verbietet sich. Die Europäer müssen nicht untertänig um Gas betteln, aber sie sollten sich einer Realität stellen: Sie sind nicht in der Position, die Vertragskonditionen zu diktieren. Mehr Realismus ist daher geboten."
