06. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird unter anderem das Auftragsplus, das die deutsche Industrie zum Ende des vergangenen Jahres verzeichnet hat.

Eine Schleifscheibe wird in einer Zahnradprofilschleifmaschine bei KAPP NILES GmbH & Co. KG im Werk Berlin befestigt.
Ein Thema in den Kommantaren: Die Auftragslage für die deutsche Industrie hat sich zuletzt deutlich verbessert (Symbolbild). (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG glaubt, dass
"in der Wirtschaft etwas in Bewegung kommt, auch wenn die Stimmung der Unternehmen noch sehr verhalten ist. Mit solidem Wachstum aber hat all das nichts zu tun. Es handelt sich zunächst einmal um ein mit Schulden aufgeblasenes konjunkturelles Hoch. Ob und wie viel dauerhaftes Wachstum daraus entspringt, ist zweifelhaft – da können Kanzler und Finanzminister noch so viel die Investitionen loben."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG betont, es seien vor allem
"Großaufträge für Rüstungsfirmen, die die Aufträge steigern. Die Autobranche dagegen verzeichnet ein Minus. Die fatalen Zölle von US-Präsident Donald Trump und die Expansion chinesischer Hersteller dürften dazu beitragen, dass es die Autokonzerne weiter schwer haben. Auch in der energieintensiven Chemiebranche, die gerade eine Tarifrunde zu bewältigen hat, bleibt das Geschäft flau. Obwohl nur Teile der Industrie boomen, bleibt es doch bei einer guten Nachricht."
Die BÖRSEN-ZEITUNG beschäftigt sich mit der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen unverändert bei zwei Prozent zu belassen:
"Ob der schwache Dollar, die Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed oder die geopolitische Unsicherheit: Sehr viele der Risiken für die EZB haben ihre Ursache derzeit in den USA. Auch die stockenden EU-Reformen, die ausufernde Staatsverschuldung in Frankreich oder instabile politische Verhältnisse würgen Privatinvestitionen ab. Daran könnte auch eine Zinssenkung nichts ändern. Doch würden ausbleibende Investitionen die Euro-Inflation abschwächen. Das könnte die EZB dazu bringen, entgegen den Markterwartungen doch noch einmal die Geldpolitik zu lockern."
Thema im HANDELSBLATT ist der Vorstoß der Vorstandschefs von Volkswagen und Stellantis für in Europa gefertigte E-Autos:
"Blumes und Filosas Vorschlag sieht vor, dass, wer in Europa Wertschöpfung verankert, bei CO2-Regeln und Förderprogrammen Vorteile genießen soll. Entscheidend sind dabei die Herkunft von Software und Batterien sowie der Produktionsstandort – nicht, wem das Geschäft gehört. Genau darin liegt das Problem. Schon heute zeigt sich, wie schnell chinesische Hersteller EU-Regeln aushebeln und für sich nutzen. Auf Strafzölle auf Elektroautos 'Made in China' reagieren sie mit mehr Exporten von Plug-in-Hybriden. Im Kern zeigt der Vorstoß, wie groß der strategische Druck auf die Branche mittlerweile ist."