09. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert den Entwurf für eine Mietrechtsreform von Bundesjustizministerin Hubig:

Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz geht mit einer Mappe unter dem Arm durch eine Sitzreihe im Deutschen Bundestag.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig plant eine Reform des Mietrechts. Dies ist ein Thema der Wirtschaftspresseschau. (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
"Um die steigenden Belastungen für Mieterinnen und Mieter abzufedern, will die SPD-Politikerin unter anderem den Anstieg von Indexmieten deckeln und die Umgehung der Mietpreisbremse erschweren. Bisher war den Versuchen, die Gewichte auf dem Wohnungsmarkt mit Preisbremsen und Deckelungen zu verschieben, wenig Erfolg beschieden. Zum Teil haben sie die Ungleichgewichte noch verschlimmert. Am Ende droht auch dieser Deckel das Angebot auf dem Wohnungsmarkt zu begrenzen. Die Situation auf dem Mietmarkt würde das weiter verschärfen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG befasst sich mit Investitionen in Künstliche Intelligenz:
"Europa ist in Gefahr, von den großen Anbietern im Hinblick auf KI genauso abhängig zu werden, wie dies etwa beim Speichern und Verarbeiten von Daten in der Cloud und anderen Technologien bereits der Fall ist. Das wäre mittelfristig ein großer Nachteil, besonders da das Ursprungsland dieser Technologien, die USA, nicht mehr als Verbündeter angesehen werden kann. Europas Stärke ist die Produktion von Gütern, besonders Deutschland ist hier im Vorteil. Anstatt zu lamentieren, dass man hierzulande die Investition in das Münchner KI-Rechenzentrum feiert, obwohl die nur einen winzigen Bruchteil der US-Ausgaben umfasst, sollte man sich auf zwei Dinge konzentrieren. Zum einen den weiteren Ausbau solcher Anlagen, zum anderen auf eben die Stärken des Landes: Produktion. Sprachmodelle helfen nur bedingt weiter. Sie müssen angepasst werden, eine Produktions-KI muss entstehen, das geht auch ohne Mega-Investitionen."
Das HANDELSBLATT kommentiert die Initiative von US-Präsident Trump, Medikamentenpreise durch deren Direktverkauf über eine staatliche Internetseite zu senken:
"TrumpRx online ist ein geschickter Marketing-Schachzug. Trump suggeriert damit entschlossenes Handeln. Doch profitieren dürften davon am Ende nur wenige. Das Angebot ist kleiner als erwartet. Und rund die Hälfte der Präparate ist längst als Generikum erhältlich – also als deutlich günstigeres Nachahmerprodukt. Das wirft die Frage auf, wie groß der tatsächliche Zusatznutzen der Plattform für Patienten überhaupt ist. Aber das Problem der massiven Preisungleichheit bei Medikamenten zwischen den USA und dem Rest der Welt ist höchst real. Mehrere US-Präsidenten haben bereits versucht, daran etwas zu ändern. Trump ist immerhin der Erste, dem man zugestehen muss: Er hat die Branche gezwungen, das Thema ernst zu nehmen – auch wenn TrumpRx am Kernproblem vorbeigeht."