10. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - die Wirtschaftspresse

Zahlreiche Strommasten stehen auf einem Acker, dahinter ein grau-bewölkter Himmel.
Strommasten (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)
Das Bundeswirtschaftsministerium plant Reformen beim Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien.
Dazu schreibt ZEIT ONLINE:
"Künftig sollen die gut 860 deutschen Verteilnetzbetreiber selbst entscheiden dürfen, welche Anlagen sie zuerst an ihr Stromnetz anschließen. Erneuerbare Kraftwerke haben bisher immer Vorrang. Doch jetzt gibt es ein riesiges Gedrängel um die knappen Anschlüsse, auch Batteriespeicher, Industrieanlagen oder Rechenzentren wollen dringend ans Netz. Es könnte sein, dass der Vorrang der Erneuerbaren praktisch abgeschafft wird. Dann könnten die Netzbetreiber auch mal einem Speicher den Vorzug geben oder einer Fabrik, die von Gas auf Strom umstellt. Ist das unvernünftig? Sicher nicht."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint:
"Wenn es stimmt, dass die Erneuerbaren erwachsen geworden sind, dann sollten sie auch auf eigenen Füßen stehen und Verantwortung übernehmen."
Betreiber neuer ⁠Ökostrom-Anlagen müssten - nach den Vorstellungen des Wirtschaftsministeriums - auf eine Entschädigung verzichten, wenn ihre Anlagen wegen Netzengpässen abgeriegelt werden. Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN meinen:
"Die Lenkung des Zubaus neuer Anlagen macht Sinn, schon um Millionen Stromkunden zu schonen, die über die Netzentgelte letztlich für die Entschädigungen aufkommen – und zwar ohne selbst eine einzige Solarzelle zu betreiben. Nur sollte das komplexe neue Regelwerk nicht dazu missbraucht werden, der Energiewende den Stecker zu ziehen. Dazu ist der Ausbau der Erneuerbaren nicht nur ökologisch zu erfolgreich – was längerfristig auch den Strompreis drücken wird."
Im Frühling finden wieder bundesweit Betriebsratswahlen statt. Zur Arbeitnehmerorganisation Zentrum, die laut der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG der AfD nahe stehen soll, schreibt das Blatt:
"Der Verein wirft etablierten Gewerkschaften Verrat an den Belegschaften vor – etwa der IG Metall, weil sie den Wandel zu Elektroautos mitträgt. Damit suggeriert die Organisation ebenso Scheinlösungen, wie es die AfD tut. Die deutschen Autokonzerne werden nicht zu ihrer alten Stärke zurückfinden, indem sie bis ans Ende der Tage am Verbrennermotor festhalten. Wer Beschäftigten Sand in die Augen streut, statt an nötigen Veränderungen zu arbeiten, der ist es, der ihre Arbeitsplätze wahrhaft in Gefahr bringt. Mit ihrer Rückwärts-Politik beim Verbrenner knüpft die Organisation nahtlos ans Programm der AfD an, durch das die Beschäftigten nur verlieren können."