12. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

In den Wirtschaftskommentaren der Zeitungen geht es heute unter anderem um den Streik bei der Lufthansa.

Eine Anzeigetafel mit der sich wiederholenden Aufschrift "annulliert". Daneben das Logo der Lufthansa mit einem Kranich.
Bei der Lufthansa wird heute gestreikt. (picture alliance / SvenSimon / Frank Hoermann / SVEN SIMON)
Das HANDELSBLATT ärgert sich über den Streikaufruf:
"Unverschämt, unverständlich – anders lässt sich das Vorgehen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nicht mehr beschreiben. Mit dem aktuellen Streikaufruf bei der Lufthansa haben die Arbeitnehmervertreter der Cockpitbesatzungen auch das letzte Stückchen Akzeptanz verspielt, das sie noch besaßen. Jenseits der knapp 5.000 betroffenen Flugzeugführer ist der Ausstand nicht mehr zu erklären. Die Piloten der Kernmarke Lufthansa und von Lufthansa Cargo zählen zu der am besten bezahlten Berufsgruppe im gesamten Lufthansa-Konzern. "
Auch die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG findet die Gewerkschaftsforderungen "überzogen":
"Piloten der Kernmarke scheinen gesetzliche und betriebliche Renten von in Summe 8.400 Euro nicht zu genügen. Flugbegleiter fordern, konzerninternen Wechslern Gehaltsdifferenzen auszugleichen. Dann aber kann Lufthansa auch alle Mühe zur Effizienzsteigerung lassen - und sich dem Schicksal mit geringeren Margen als Air France oder British Airways hingeben."
Mit Blick auf das heutige EU-Treffen zur Lage der Wirtschaft hofft die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG auf konkrete Ergebnisse:
"Vielleicht ist der Druck hoch genug, der von China, Russland und den USA ausgeht. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren wirklich eine europäisch koordinierte Industriepolitik, einen einheitlichen europäischen Kapitalmarkt, können Banken in der EU schrankenlos Kunden bedienen, fließt Solarstrom von Andalusien bis an die Ostsee und sind Deutsche Kunden bei estnischen Telekom-Anbietern, während sie mit ihrem Handwerksbetrieb ohne bürokratischen Aufwand Aufträge aus halb Europa annehmen. Wahrscheinlicher ist, dass sich die EU am Minimalkonsens entlanghangelt, ein paar Verordnungen aufweicht, hier und da am Binnenmarkt herumschraubt und sich am Ende alle wieder zum Brainstorming treffen. Gut, dass wir mal darüber geredet haben."
Die Vorschläge von Verkehrsminister Schnieder für einen günstigeren Führerschein sind nach Ansicht der AUGSBURGER ALLGEMEINEN überfällig:
"Für die Schulungsräume sind so viele Details festgelegt, dass man sich nur verwundert die Augen reiben kann. Pro Fahrschüler müssen ein Quadratmeter Arbeitsfläche zur Verfügung stehen und, Achtung, drei Kubikmeter Luftvolumen. Das ist – mit Verlaub – bürokratischer Irrsinn. Dass man die Fahrschulausbildung reformieren will, ist freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, die Unmengen an Vorlagen und Auflagen und Regeln und Pflichten müssen auch in anderen Bereichen reduziert werden, und zwar drastisch."