13. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Das dominierende Thema ist der EU-Wirtschaftsgipfel in Belgien.

Einfahrt zu Schloss Alden Biesen. Im Vordergrund eine blaue Tafel mit der Aufschrift "Informal EU leader's retreat 2026"
Der informelle Wirtschaftsgipfel der EU im belgischen Alden Biesen ist eines der Themen unserer Wirtschaftspresseschau. (picture alliance / BELGA | ERIC LALMAND)
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kritisiert:
"Die politisch Verantwortlichen der Europäischen Union setzen auf ein bisschen Kettensäge statt auf Investitionen und Innovationen. Wenn sie sich bis zum entscheidenden Treffen im Frühjahr nicht noch einiges einfallen lassen, droht die ökonomische Macht Europa im Wettstreit mit den Riesen USA und China weiter ins Hintertreffen zu geraten. Denn der Abbau der Bürokratie bringt nicht viel. Den Verantwortlichen fehlt eine Idee, wofür der alte Kontinent künftig stehen soll. Das alte Geschäftsmodell ist jedenfalls obsolet, bei dem aus Russland günstige Energie kam, der Export nach China für Wohlstand und die USA für die Sicherheit sorgte."
CICERO aus Berlin wirft ein:
"In Europa wird anscheinend nicht verstanden, dass Wettbewerbsfähigkeit nicht in Schutzräumen, sondern im offenen Feld entsteht. Europäische Unternehmen sind stark, wenn sie sich gegen alle Widerstände auf dem Weltmarkt durchsetzen können, nicht wenn sie von europäischen Planwirtschaftlern gepampert werden und dadurch schrittweise ihre Innovationskraft, ihre Agilität und ihre Anpassungsfähigkeit einbüßen.“
Das HANDELSBLATT blickt voraus auf die heute beginnende Sicherheitskonferenz in München:
"Es mehren sich die Anzeichen, dass sich die Europäer gegen das MAGA-Amerika auflehnen. Vieles spricht dafür, dass der Grönlandstreit einen Wendepunkt darstellt. Der spanische Premierminister Sánchez will die Betreiber der großen amerikanischen Onlineplattformen für die Verbreitung von Hass und Hetze zur Rechenschaft ziehen. Ein kalkulierter Affront gegen die Regierung von US-Präsident Trump. Frankreich will Microsoft-Produkte aus seinen Behörden verbannen. Und Bundeskanzler Merz treibt gemeinsam mit Finanzminister Klingbeil den digitalen Euro voran. Das Ziel: ein eigenständiges europäisches Zahlungssystem aufbauen. 'Nie wieder erpressbar sein', lautet Europas Lehre aus der Ära Trump."
Beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse hat der Kanzler erklärt, dass neben der gesetzlichen Rente künftig private und betriebliche Altersversorgung eine größere Rolle spielen solle. Zustimmung kommt von der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG:
"Endlich, das ist seit Langem überfällig! Merz will die Deutschen zu Investoren und kleinen Kapitalisten machen. Und da hat der Kanzler recht: Noch viel mehr müssen die Kapitalmärkte als Chance begreifen, um gewinnbringend Geld fürs Alter anzulegen. Tatsächlich spricht schon das ökonomische Gebot der Risikostreuung dafür, die gesetzliche Rente zu kombinieren mit privaten Anlagen am Kapitalmarkt."