
DIE ZEIT schreibt:
"Bei diesem Vergleich geht es nicht um die Gesundheit der Klägerinnen und Kläger. Der Konzern zahlt nicht, weil er ihnen helfen will oder sich nun doch für ihre Krebserkrankung verantwortlich fühlt. Im Gegenteil: 'Die Glyphosat-Vergleiche geht Monsanto nur ein, um die Rechtsstreitigkeiten einzudämmen, und sie enthalten keinerlei Schuldeingeständnis', betont Bayer. Auf der Seite der Kläger sieht die Rechnung womöglich ähnlich aus: Lieber das Geld nehmen, als ewig weiterprozessieren, selbst wenn man sich im Recht sieht. Wer an Krebs erkrankt ist, hat die Zeit meist leider nicht auf seiner Seite."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf kommentiert:
"Die Klagen lagen wie ein Mühlstein auf dem Aktienkurs, der zeitweise unter 20 Euro fiel. Seit sich das Blatt wendet, geht es an der Börse aufwärts – zumal auch die Pharmasparte mit vielversprechenden Arzneien vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger wurde. Nun muss sich zeigen, ob Bayers mehrgleisige Strategie den Klage-Albtraum dauerhaft beendet. Der Deal ist teuer. Was das Ganze für die Mitarbeiter bedeutet, bleibt abzuwarten."
Das HANDELSBLATT bemerkt mit Bezugnahme auf die Zukunft Bayers:
"Schaffen die Leverkusener den Befreiungsschlag, wird sich der Vorstand zügig einer ungeliebten Frage stellen müssen: Kommt es zu einer Aufspaltung des Mischkonzerns aus Pharma- und Agrochemiegeschäften?"
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die Übernahme von Monsanto durch Bayer 2018 zurück:
"Gut 60 Milliarden US-Dollar zahlte Bayer für den Hersteller des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Es wurde ein fulminantes Desaster. Es gab ja Warnungen, welche Klagewelle auf Bayer zurollen könnte. Aber der Drang nach Größe machte den damaligen Konzernchef Werner Baumann blind und taub für Kritik. An der Börse ist Bayer, einst der wertvollste Dax-Konzern, heute mit nicht einmal 50 Milliarden Euro deutlich weniger wert als der Preis, den Bayer damals für Monsanto zahlte."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG betont:
"Man muss Konzernchef Bill Anderson anrechnen, dass er wichtige Schritte gegangen ist im Versuch, dieses Damoklesschwert namens Glyphosat zu beseitigen. Die Fehler wurden früher gemacht, in der Risikobewertung von Monsanto und der Entscheidung, dieses Unternehmen überhaupt zu kaufen. Was gerade passiert, ist Schadensbegrenzung. Und zwar eine sehr teure."
