20. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema in den Wirtschaftskommentaren sind Presseberichte über ein vorzeitiges Ausscheiden von EZB-Chefin Lagarde.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, spricht auf dem Bankenkongress in Frankfurt am Main.
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (AFP / KIRILL KUDRYAVTSEV)
Nach Ansicht der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG sollte die Französin endlich Klartext reden:
"Das ist sie den Menschen in der Euro-Zone schuldig. Lagarde hat zu ihrem Amtsantritt 2019 versprochen, klar und deutlich mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren. Die Französin führte die Notenbank mit Geschick durch die geopolitischen Tumulte der vergangenen Jahre. Nach der Corona-Pandemie von 2020 an, in deren Verlauf wichtige Waren wegen stockender Lieferketten teurer wurden, marschierte Russland 2022 in die Ukraine ein. Die Inflation in der Euro-Zone kletterte auf über zehn Prozent. Die EZB reagierte spät, konnte aber schließlich die Inflation senken. Lagarde riskiert, ihr Vermächtnis zu verspielen. Sie entscheidet, wie die Historiker sie einordnen werden. Als solide Notenbankpräsidentin in einer Welt im Umbruch – oder als Unschlüssige, die mit ihrem Job haderte."
Der SÜDKURIER aus Konstanz kommentiert die geplante Beschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr in Milliardenhöhe:
"Anstatt die Beschaffung zu beschleunigen und die Systeme schnellstens bei zwei deutschen Herstellern zu ordern, tritt der Verteidigungsminister auf die Bremse. Er will zunächst klären lassen, welchen Einfluss der US-Investor und Trump-Unterstützer Peter Thiel bei einer der beiden Firmen hat. Den Bürokratismus will Boris Pistorius überwunden haben, aber ideologisch geleitete Bedenkenträgerei tritt an seine Stelle. Die Zeitenwende macht mal wieder Pause, während Putins Armee immer kampferprobter wird. Dem ist nur mit Entschlossenheit, aber nicht mit Schläfrigkeit zu begegnen."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm befasst sich mit der deutschen Energiepolitik:
"Der Bundeskanzler hat allen einen Dämpfer versetzt, die auf eine schnelle Normalisierung der Beziehungen zu Russland hoffen – und damit vor allem auf den neuerlichen Zugang zu billigem Gas. Auch nach einem Friedensschluss mit der Ukraine glaubt er nicht an eine schnelle Rückkehr zu einer Energiepartnerschaft. Für energieintensive Unternehmen wie etwa in der Chemiebranche sind das schlechte Nachrichten. Viele Produktionsprozesse sind ohne Gas kaum vorstellbar und teures Gas verteuert die Produkte. Aber auch die vielen Verbraucher, die derzeit noch mit Gas heizen, werden sich auf Dauer umstellen müssen. Das Ausmaß dieser Transformation ist gigantisch und wird erhebliche Kosten mit sich bringen, in Form von staatlichen Subventionen und Investitionen in neue Produktionsmethoden und Heizungen."