23. Juli 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - Die Wirtschaftspresseschau

Eine Illustration von OpenAI auf einer Tastatur
Was passiert, wenn KI außer Kontrolle gerät? (picture alliance/NurPhoto/Beata Zawrzel)
Beherrschendes Thema ist der durch eine Künstliche Intelligenz von OpenAI eigenständig verursachte Hackerangriff auf ein Unternehmen in den USA. In der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG ist die Rede von einem Albtraumszenario, wenn KI außer Kontrolle gerät.
"Spätestens jetzt ist klar, dass es eine dringliche Aufgabe für heute und nicht erst in ferner Zukunft ist, sich darauf einzustellen. Open AI teilte jetzt mit, zwei seiner KI-Modelle hätten sich während interner Tests selbständig gemacht und einen Cyberangriff auf ein anderes Unternehmen verübt. Der Entwickler von ChatGPT ist also unbeabsichtigt selbst zum Hacker geworden. Zum Glück scheint die Attacke keinen größeren Schaden verursacht zu haben. Aber man muss nicht viel Phantasie haben, um sich vorzustellen, dass eine wild gewordene KI weitaus Schlimmeres anrichten könnte. Es ist ein Weckruf - und nicht der erste."
Und die MEDIENGRUPPE BAYERN meint:
"Die Künstliche Intelligenz hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie spielend in der Lage ist, die Grenzen, die ihr der Mensch setzt, zu überwinden. Beim ersten von der KI eigenständig gestarteten Ausbruch waren die Server eines Konkurrenten das Ziel. Ohne dass die Macher der KI auch nur einen blassen Schimmer von dem hatten, was ihre Software da gerade tut. Das nächste Mal könnten die selbst gewählten Ziele eines solchen digitalen Amoklaufs durchaus die Systeme von Kliniken oder Atomkraftwerken sein. Und am Ende möglicherweise Waffensysteme. Die Folgen mag man sich nicht ausmalen."
Ähnlich sieht das die Zeitung ND-DER TAG:
"Der aktuelle Vorfall gibt der schon lange laufenden Debatte neue Nahrung. Das Unternehmen selbst gibt sich reumütig und räumt ein, in dem letztlich glimpflich abgelaufenen Vorfall fahrlässig gehandelt zu haben. Und verspricht künftig bessere Sicherheitsvorkehrungen. Doch dabei kann man es nicht belassen, denn es geht nicht um einen Einzelfall und auch nicht um eine falsche Anwendung. Es gibt zunehmend systemische Probleme mit neuen KI-Tools, und das nicht nur wegen des massiv steigenden Ressourcenverbrauchs. Zum einen greifen diese offensichtlich selbstständig zu rabiaten Methoden, um ein gestecktes Ziel zu erreichen. Zum anderen sind sie immer besser in der Lage, Sicherheitslücken in IT-Systemen aufzuspüren. Neue KI-Modelle machen das Internet nicht sicherer, sondern beschleunigen den Wettlauf zwischen Angriff und Verteidigung ins Extreme, wie Fachleute warnen."