
"Die Spritpreise spiegeln eine Realität, an die wir uns anpassen müssen. Es führt kein Weg zurück in ein sorgenfreies fossiles Zeitalter. Staatliche Preisdrückerei beim Sprit entlastet nicht nur die alleinerziehende Krankenschwester auf dem Land, sondern auch den Doppelverdienerhaushalt mit Stadtgeländewagen und Zweitauto. Einkommensschwachen Haushalten ist mit einem sozialen Leasing auch für gebrauchte E-Autos oder dem Ausbau des Nahverkehrs zielgerichteter geholfen",
heißt es in der AUGSBURGER ALLGEMEINEN.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt angesichts des Personalwechsels im Bundesverkehrministerium auf die Bahn:
"Gerade bei der Deutschen Bahn wird es keine schnellen Erfolge geben. Zu verfahren ist die Lage, Gründe dafür gibt es viele. Sicher liegt es auch an der Amtsführung autoverliebter CSU-Minister, die das Verkehrsministerium immerhin zusammengenommen zwölf Jahre geleitet haben. Aber der amtierende Minister Patrick Schnieder hat in seiner Amtszeit von etwa 14 Monaten auch ziemlich unglücklich agiert. Und doch ist es einer der wichtigsten Jobs. 'Bahn first' muss die Devise lauten. Das viele Geld, das für die Sanierung inzwischen bereitsteht, muss richtig und effizient genutzt werden."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER schreibt zum Zoll-Abkommen der EU mit den USA:
"Um des lieben Friedens willen hat Brüssel vor einem Jahr in den sauren Apfel gebissen. Nach Monaten der Achterbahnfahrt im Zollstreit mit den USA akzeptierte die EU ein für Europa miserables Abkommen. Bis heute ist dieses Abkommen ein einseitiger, schlechter Deal für Europa. Trumps Zölle verteuern EU-Produkte in den USA um bis zu 15 Prozent, US-Waren kommen bei uns dagegen nahezu zollfrei auf den Markt. Durchgesetzt hat Trump das nur mit politischer Erpressung: mit der Drohung, die Ukraine-Unterstützung einzustellen. Dieses Druckmittel kann er jederzeit wieder ziehen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert die Insolvenz des deutschen Batterieherstellers Varta:
"Der Grund für das Scheitern liegt in einem Fehler, vor dem Börsenneulinge mit dem alten Spruch 'Lege niemals alle Eier in einen Korb' gewarnt werden: Von 2021 an hatte Varta sich abhängig gemacht von den Bestellungen des Technologiekonzerns Apple und sich so ein exorbitantes Klumpenrisiko geschaffen. Das Unternehmen hat allein für die Aufträge aus Kalifornien seine Produktionskapazitäten ausgeweitet und war auf die fortlaufenden Abrufe von Apple angewiesen, um Zins und Tilgung der aufgenommenen Kredite zu bezahlen. Als Apple die Bestellungen leistungsfähiger Knopfzellen für Ohrhörer reduzierte, um einen zweiten Zulieferer aufzubauen, begann im Herbst 2022 das Batteriedrama von der Ostalb."
