
Die TAGESZEITUNG - TAZ - glaubt, dass die Nominierung Bilgers - Zitat:
"... die Hoffnungen auf eine progressive Verkehrspolitik im Bund erst einmal platzen lässt. Bilger ist bekannt für wirtschaftsnahe Positionen. Dabei wäre es so wichtig, den verkehrspolitischen Kurs der Bundesregierung ordentlich zu korrigieren. Es braucht, unter anderem, Geld für marode Straßen und Brücken, dafür darf keines mehr in neue Autobahnen fließen. Es braucht eine ernsthafte Anstrengung, die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu senken, zum Beispiel mit dem Abschied von Steuerprivilegien für Dienstwagen. Bisher hat sich Bilger nicht mit derart pragmatischen Ansätzen hervorgetan. Die letzte Hoffnung ist, dass er die Erwartungen übertrifft."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vermutet, dass der neue Minister bei der Verbesserung der Infrastruktur Probleme haben wird:
"Die Sanierung der Deutschen Bahn ist zur Nagelprobe für jeden Verkehrsminister geworden. Nun also Steffen Bilger; auch für ihn dürfte die DB zur politischen Hypothek werden. Und nicht nur sie. Zur Bahnmisere hat sich inzwischen ein eklatanter Sanierungsstau bei den Brücken hinzugesellt. Wenn, wie zuletzt im Fall der Bonner Nordbrücke, eine wichtige Rheinüberquerung für den Verkehr gesperrt werden muss, zeigt sich vor allem eines: Verkehrsminister sind zum Gesicht eines Staates geworden, dem es kaum mehr gelingt, wirtschaftliche Lebensadern am Laufen zu halten. Das Amt steht heute weniger für Gestaltung als vielmehr für Schadensbegrenzung."
Das HANDELSBLATT kommentiert das gestern vorgestellte Sparpaket beim Autobauer Porsche:
"Jetzt ist er also da, der Porsche-Deal. Und tatsächlich liest sich eine erste Bilanz wie ein Sieg nach Punkten für die IG Metall. Anerkennungsprämie, Standortsicherung, Homeoffice – lang ist die Liste der Zugeständnisse. Das heißt allerdings nicht, dass die Beschäftigten ungeschoren davonkommen. 5000 weitere Stellen werden sozialverträglich abgebaut. Tariferhöhungen fallen geringer aus, vor allem im Management gibt es Einschnitte. Auch das Weihnachtsgeld wird gekürzt. Das sind schmerzhafte Signale. Nur: Gemessen an der Größenordnung der Krise wirkt das Paket moderat. Vor allem die Entscheidung, die Standortsicherung in Deutschland um fünf Jahre bis Ende 2035 zu verlängern, sticht heraus. Wer die Debatten bei Conti, Mercedes, Ford und anderswo verfolgt, erkennt schnell: Porsche hat sich für einen vergleichsweise sanften Weg entschieden."
