29. Juli 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Zeitungen widmen sich der Situation von Mercedes-Benz

Ein silberner Mercdes-Benz-Stern prangt auf einem schwarzen Untergrund. Im Hintergrund ein Bürogebäude
Die Zukunft von deutschen Premiummarken wir Mercedes ist Thema in den Zeitungen. (picture alliance/dpa/Matthias Balk)
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt:
"Wie alle Manager der Branche sucht Mercedes-Chef Ola Källenius nach Wegen aus der Krise und nach dem richtigen Umgang mit der Konkurrenz aus China. Eine Antwort des Managements: Die Beschäftigten sollen mehr arbeiten, für das gleiche Geld. Eine tarifliche Sonderzahlung wird von diesem Juli ins nächste Jahr verschoben. Gleichzeitig schüttet der Konzern Milliarden-Dividenden an seine Eigentümer aus, von denen etwa 20 Prozent an chinesische Aktionäre fließen. Und das Management kann sich nicht beschweren: Källenius erhielt beispielsweise 8,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Unten wird gekürzt, oben sprudelt das Geld weiter. Und eine Idee für die Zukunft des Konzerns fehlt. So wird Mercedes nicht aus der Krise kommen."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG erklärt:
"Lange hielten sich die deutschen Premiumhersteller für unantastbar – technisch überlegen, hochprofitabel und stets davon überzeugt, dass ihr Erfolgsmodell auch in Zukunft tragen würde. Diese Hybris hat auch dazu geführt, dass Porsche, Audi und jetzt Mercedes schmerzhaft erkennen müssen, dass das einst erfolgreiche Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert: teure Autos hierzulande bauen und sie in die Welt exportieren. Auch im Premiumbereich braucht China die westlichen Marken nicht mehr. Das Land kann sich selbst mit Luxuskarossen versorgen, die dazu fortschrittlicher und günstiger sind als die der Deutschen. Staatliche Subventionen und billige Produktionskosten machen es möglich. Die Konsequenz: Auf dem wichtigsten Automarkt der Welt müssen sich Mercedes und Co. auf dauerhaft sinkende Verkaufszahlen und Gewinne einstellen."
Der Umbau der Bundesregierung bringt Johannes Steiniger als neuen Wirtschaftsstaatssekretär hervor. DIE TAGESZEITUNG - TAZ - kommentiert:
"Friedrich Merz hat bei der jüngsten Regierungsumbildung seine Parteifreundin Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verschont. Leider. Denn ihre vermurkste Energiepolitik allein ist Grund genug, sie auszutauschen. Doch statt korrigierend einzugreifen, schickt Merz mit dem rheinland-pfälzischen CDU-Generalsekretär Johannes Steiniger einen Mann in Reiches Ministerium, der wirtschaftspolitisch bislang nicht in Erscheinung getreten ist. Die Berufung des neuen parlamentarischen Staatssekretärs Steiniger hat einen Zweck: Sie soll die aufgeregten Gemüter der Christdemokrat:innen in Mainz befrieden, die sich öffentlich über den Rauswurf von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder echauffieren. Qualifikation? Egal. Merz versucht nicht einmal, den Eindruck zu erwecken, dass fachliche Aspekte ausschlaggebend dafür waren."