
Ein Thema ist das Rekordhoch des deutschen Leitindexes Dax, der gestern im Laufe des Tages erstmals über die Marke von 26.000 Punkten stieg. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG analysiert:
"Die Börsen hätten sich von der realen Wirtschaft, in der die meisten Menschen ihr Geld verdienen müssen, 'entkoppelt', heißt es oft als Erklärung. Eigentlich keine bahnbrechende Einsicht: Dass Börsenkurse nicht die ökonomische Realität widerspiegeln, liegt in ihrer Natur. Die meisten Anleger kaufen Aktien, weil sie sich langfristig an Unternehmen beteiligen und von deren zukünftiger Entwicklung profitieren wollen. Börsenkurse bilden nicht ab, was ist, sondern was sein könnte. Der Dax-Rekord vom Montag zeigt nur: Investoren glauben, dass sich diedeutsche Wirtschaft ein wenig besser entwickeln wird, als bisher erwartet. Dasliegt teils an der Aussicht auf Frieden in Iran, an der Hoffnung auf sinkende Ölpreise, an teils guten Quartalsberichten."
Und in der BADISCHEN ZEITUNG aus Freiburg heißt es:
"Seit Monaten bewegt der Poker um die Straße von Hormus die Finanzmärkte. Jedes Anzeichen einer Öffnung der Schifffahrtsstraße wird mit steigenden Kursen gefeiert. Denn eine Waffenruhe am Persischen Golf bedeutet fallende Ölpreise, niedrigere Energiekosten und eine geringere Inflationsgefahr. Das ist ein Szenario, in dem Anleger mehr riskieren – also Aktien kaufen. Seit einem Jahr bewegt sich der Dax nun schon im Dunstkreis um 24.000 Punkte, und so stellt sich die Frage, ob der aktuelle Ausbruch nach oben das Tor zu neuen Höhen öffnet. Eine verlässliche Waffenruhe am Persischen Golf und ein dauerhaft niedrigerer Ölpreis wären die Grundvoraussetzung. Aber auch dann bleiben größere Unsicherheitsfaktoren. Die nach der Haltbarkeit des KI-Booms, zum Beispiel. Sollte dort eine Blase platzen, träfe das auch den Rest des Marktes."
Zum ersten Mal seit 28 Jahren haben die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank von Japan gemeinsame Maßnahmen ergriffen, um die japanische Währung Yen zu stützen. Dazu schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"In einer ersten Reaktion stieg der Kurs nach den Stützungskäufen. Die Währungsgeschichte belegt jedoch eindrücklich die langfristige Nutzlosigkeit solcher Käufe, solange sich an den Ursachen der Schwäche nichts ändert. Zu diesen Ursachen zählt die sehr hohe Staatsverschuldung Japans. Turbulenzen am japanischen Anleihemarkt könnten die internationalen Anleihemärkte erschüttern. Daran haben die Amerikaner wegen ihrer eigenen sehr hohen Staatsverschuldung kein Interesse."
