05. August 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Erstes Thema ist der jüngste DAX-Rekord.

Hessen, Frankfurt am Main: Eine Händlerin sitzt im Handelssaal vor ihren Bildschirmen.
Der deutsche Leitindex DAX hat mit 26.000 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht - ein Thema unserer Wirtschaftspresseschau. (Andreas Arnold/dpa)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG stellt fest:
"Die 26.000-Punkte-Marke ist klar überschritten. Eigentlich eine gute Gelegenheit für die Händler, die Sektflasche aus dem Kühlschrank zu holen. Doch euphorisch vermochte niemand zu werden. Aus guten Gründen. Im politischen Berlin sollte sich niemand der Illusion hingeben, dass der Knoten in der deutschen Wirtschaft jetzt endlich geplatzt ist. Denn die Mittel- und Kleinwerteindizes, M-Dax und S-Dax, können nicht mithalten. Bevor die Sektkorken knallen, müssen die Waffen im seit Monaten schwelenden Krieg zwischen den USA und dem Iran endgültig schweigen."
Zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft fordert der NORDBAYERISCHE KURIER aus Bayreuth mehr Engagement der Regierung:
"Es ist Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass sich inländische Zukunftsinvestitionen für Betriebe wieder lohnen. Dazu gehört, die im globalen Vergleich extrem hohen Energiekosten endlich drastisch zu senken sowie bürokratische Hemmnisse - gerade solche, die Europarecht überbieten - rigoros zurückzufahren."
Die umstrittenen Milliardengewinne der Ölkonzerne während des Iran-Krieges sind Thema im HANDELSBLATT:
"Es ist ein Gewinn auf Zeit. Denn, auch wenn Öl und Gas kriegsbedingt aktuell Mangelware sind, schon ab Ende 2026 rechnet die Internationale Energieagentur bei einer Entspannung im Nahen Osten wieder mit einer Öl-Überversorgung. Der Krieg überlagert einen Rückgang, der längst begonnen hat. Und den die Ölindustrie mit ihrer vermeintlichen Profitgier an den Zapfsäulen selbst befeuert. Wen wundert es angesichts der horrenden Preise schließlich, wenn die Zahlen der verkauften Elektroautos nach oben schießen?"
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU befasst sich kritisch mit großen Tech-Unternehmen:
"Viele davon haben sich eine Strategie zu eigen gemacht, die man von Elon Musk kennt. Geschichten, Hoffnungen, Fantasien bis hin zu Fantasmen werden so häufig gepredigt, bis genügend Menschen daran glauben. Musk präferiert Quatscherei über Weltraumbesiedelung, OpenAI-Chef Altman wiederholt gebetsmühlenartig die Fürbitte der unkontrollierbaren Superintelligenz. Das Ziel: Unternehmen, die fette Verluste schreiben, aufblasen. Das kann funktionieren, gewiss, aber es gibt auch etliche Beispiele, in denen die Versprechen schlicht nie Realität werden. Denn die blanken Zahlen von OpenAI sind klapprig: Die Firma rechnet 2026 mit einem Verlust von rund 14 Milliarden Dollar. Gewinne, so die ungewisse Prognose, werden erst ab 2030 erwartet."