
"Elon Musk hat kürzlich prophezeit, in zehn Jahren seien KI und Robotik so weit fortgeschritten, dass menschliche Arbeit nur noch "optional" sei – jederzeit ersetzbar durch maschinelle Fähigkeiten, also eigentlich überflüssig. Dystopische Szenarien geistern durch die Debatte. Optimistisch betrachtet kann die Verbreitung der künstlichen Intelligenz dabei helfen, Menschen dazu zu bringen, jene Fähigkeiten zu schärfen, die sie von Maschinen unterscheiden: Einfühlungsvermögen, Nähe, Fantasie. Das heißt nicht, dass der bevorstehende Strukturwandel schmerzfrei ablaufen wird. Ganz und gar nicht. Aber einfach war es auch in der Vergangenheit nicht. Der Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft war ein jahrzehntelanger Prozess. 1970 arbeitete rund die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland in der Industrie. Dieser Anteil hat sich seither mehr als halbiert. Dass der Mensch per se aus der Wirtschaft herausgedrängt wird, weil die Maschinen alles übernehmen, ist eine wiederkehrende Furcht."
Im HANDELSBLATT ist zu lesen:
"Die Fortschritte von KI sind atemberaubend. Ein internes Modell von OpenAI hat beispielsweise das seit 80 Jahren unter Mathematikern für unlösbar geltende Erdős-Abstandsproblem geknackt. Das heißt aber nicht, dass KI uns bald als Schimpansen betrachten wird. Ob Sam Altman, Chef von OpenAI, Elon Musk, Chef von KI-Entwickler xAI oder Dario Amodei, Gründer von Anthropic: Die Aufgabe von den dreien ist es, wie übrigens von allen Chefs, ihr Unternehmen möglichst teuer zu verkaufen. Forderungen von ihnen – sei es nach mehr oder weniger Regulierung – sind mit Vorsicht zu genießen. Und ihre spektakulären Vorhersagen erst recht."
Die F.A.Z. beschäftigt sich mit dem weiter bestehenden Problem von zu wenigen Halbleiter-Chips in Europa:
"Europa hat ein großes Problem: kleine Chips. Vor drei Jahren hatte sich die EU mit ihrem Chips Act 1.0 darangemacht, den Weltmarkt quasi von hinten aufzurollen. Durch eine Vereinfachung der Subventionspolitik wollte sie zahlreiche neue Halbleiterwerke bauen lassen. Von seinen Zielen aber ist es weit entfernt. Die EU führt heute Halbleiterbausteine für 50 Milliarden Euro ein und verzeichnet ein sektorales Handelsdefizit von zehn Milliarden Euro. In dem Entwurf zu einem neuen Chips Act 2.0 aber lässt die EU-Kommission zwei wichtige Punkte aus: Einerseits den nach Mitteln und Wegen, wie Europa vorn mitmischen kann. Andererseits die Frage nach dem Geld. Solange diese Frage nicht beantwortet ist, wird Europa kaum von der Stelle kommen."
