18. August 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Das Statistische Bundesamt hat Daten zum Bildungs- und Beschäftigungsgrad von jungen Menschen in Deutschland veröffentlicht. Dazu schreibt das HANDELSBLATT:

Ein Auszubildender zum Mechatroniker verdrahtet einen Schaltschrank.
Ein Auszubildender zum Mechatroniker (picture alliance / dpa / Christian Lademann)
"Wenn sich gut jeder zehnte junge Mensch weder in Ausbildung befindet, noch einen Job hat, ist das nicht nur sozialer Sprengstoff. Es ist auch eine Wachstumsbremse. Um es zugespitzt auszudrücken: Deutschland verblödet sich arm. Dabei ist es doch eine Binsenweisheit, dass Bildung in einem rohstoffarmen Land die wichtigste Ressource ist. Deshalb sind die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts auch so erschreckend. Da tröstet es wenig, dass Deutschland in der Europäischen Union im Mittelfeld liegt."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kritisiert:
"Wer, wie heute selbst Teile der CDU, Betriebe mit Strafgebühren namens 'Ausbildungsumlage' bedroht, wenn sie keine Azubis finden, versteht den ökonomischen Kern des Problems nicht. Und wer immer noch Frührenten propagiert, verschärft es doppelt. Neben Arbeitskräften fehlen dann auch noch die Finanzen, um das Schulwesen bis hin zur Berufsschule zu reparieren."
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN mahnen zur Vorsicht:
"Die Gesamtschuld der Generation Z zuzuschreiben, wäre ungerecht. Denn in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ist die Jobsuche kompliziert. Viele Unternehmen taktieren, stellen gar nicht oder nur befristet ein. Dass selbst Akademiker zum Teil lange nach der richtigen Stelle suchen müssen, passt ins Bild. Was also tun? Druck? Auf keinen Fall. Junge Menschen brauchen Zuspruch und mehr Chancen auf bessere Bildung. Denn daran fehlt es den meisten jungen Jobsuchenden."
Der Ventilatoren- und Lüfter-Hersteller ebm-papst aus Baden-Württemberg wird für ‌gut fünf Milliarden Euro in die USA verkauft. Die BÖRSEN-ZEITUNG bemerkt:
"Es ist der drittgrößte Verkauf eines deutschen Familienunternehmens aller Zeiten. Wieder einmal wird ein deutscher Familienkonzern an einen US-Konzern abgegeben – diesmal auch gleich vollständig. Der Deal wird eine Welle ähnlicher Transaktionen nach sich ziehen. Viele deutsche Firmen profitieren vom Datacenter-Boom und werden hoch bewertet. Vielen Familienfirmen fehlen auch Nachfolger, und gleichzeitig nimmt die Unzufriedenheit mit dem Standort samt Bürokratie und Steuerlast zu."
Zum Schluss geht es um den angespannten Wohnungsmarkt in Großstädten. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG lehnt Enteignungen, wie sie etwa die Berliner Linkspartei derzeit im Wahlkampf fordert, ab:
"Populismus und Enteignen werden das Wohnungsproblem in Berlin nicht lösen – und auch nicht anderswo. Die öffentliche Hand müsste für die Enteignungspläne schon sehr tief in die öffentliche Tasche greifen. Dieses Geld und die zukünftigen Belastungen kann man sich sparen. Man müsste endlich die Baustandards vereinfachen, mehr Innovation im sozialen Wohnungsbau zulassen als bisher."