
Angesichts der schwierigen Lage der Branche verweist das HANDELSBLATT auf die überdurchschnittlichen Einkommen der Beschäftigten:
"Laut Statistischem Bundesamt verdienen Beschäftigte bei Autobauern in Deutschland inklusive Sonderzahlungen im Schnitt 92.893 Euro brutto pro Jahr. Das sind 44 Prozent mehr als der Durchschnitt von 64.441 Euro. Das ist wahrer Luxus in der Krise. Heißt das jetzt, dass die Arbeitnehmer allein die Misere ausbaden sollen? Nein, aber die Gewerkschaften tun den Beschäftigten keinen Gefallen, wenn sie bei den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie im Herbst allein auf Konfrontation setzen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sieht die Ursachen der Krise vor allem bei den Autoherstellern selbst und kritisiert Forderungen mancher Arbeitgeber:
"Sie schießen über das Ziel hinaus, wenn sie vorgeben, dass Einsparungen beim Personal allein die Autobranche retten. Die Arbeitskosten machen bei den großen Autokonzernen nur zehn bis 15 Prozent der Gesamtkosten aus, rechnet die Gewerkschaft vor. Die stolzen Hersteller sind nicht vorrangig wegen ihrer Arbeitskosten in die Krise gerutscht, sondern wegen ihrer Managementfehler. Sie haben die Elektromobilität ebenso verschlafen wie den Aufstieg chinesischer Hersteller. Es wäre nicht fair, einfach die Beschäftigten für all diese Fehler zahlen zu lassen."
Zu den hausgemachten Schwierigkeiten kommen nach Ansicht der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG geopolitische Belastungen hinzu:
"Trumps erratisch wirkende Zölle. Chinas von langer Hand geplanter Zugriff auf Rohstoffe. Wird die Abhängigkeit von Akkus aus China wirklich so kritisch gesehen, kann die EU unmöglich am Verbrennerverbot festhalten. Nicht nur weil Europa mit der Elektromobilität langsamer als erhofft vorankommt. Sondern auch weil die Welt sich verändert hat und es womöglich dumm ist, noch mehr Kompetenz als ohnehin schon abwandern zu lassen."
Die BÖRSEN-ZEITUNG beschäftigt sich mit der angekündigten Kooperation des Autozulieferers Schaeffler mit dem chinesischen Batteriekonzern CATL:
"Der große Kosten- und Erlöstreiber in der E-Mobilität ist die Batterie. Für 2027 haben vier asiatische Hersteller angekündigt, die Feststoffbatterie in Kleinserie an den Markt zu bringen. BYD, CATL und Geely aus China sowie die koreanische Samsung SDI. Die Technologie verspricht eine doppelt so hohe Batteriedichte gegenüber aktuellen Akkus. Die Autobauer dürften schnell umschwenken. Für deutsche Zulieferer ist Kooperation noch die beste ihrer schlechten Optionen."
