26. August 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Beim Volkswagen-Konzern gibt es auch nach einer Betriebsversammlung in Wolfsburg keine Klarheit, wie es mit den deutschen Standorten weitergehen soll. Das STRAUBINGER TAGBLATT bemängelt die "äußerst mangelhafte Kommunikation":

Das Bild zeigt eine Steele mit einem leuchtenden VW-Logo.
Das Volkswagen-Logo auf einer Steele vor dunklem Himmel (Archiv) (IMAGO I Sven Simon)
"Schon viel zu lange kursieren Zahlen über Beschäftigungsabbau und Werksschließungen, ohne dass es klare Worte dazu gegeben hätte. Solche Hängepartien sind Gift für das Betriebsklima und all das, was nunmehr notwendig ist, um eine Talfahrt hinter sich zu lassen. Wie in der Politik so ist auch bei VW viel Vertrauen verloren gegangen, das nun wieder mühsam hergestellt werden muss."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schaut auf die Bilanz von VW-Chef Oliver Blume:
"Der VfL Wolfsburg spielt schon in der zweiten Liga und Blume, der gern in Fußballmetaphern spricht, muss aufpassen, dass das nicht bald auch für den zugehörigen Autokonzern gilt. Verhindern will er das nicht nur, indem er bei der so zentralen Software stärker auf Kooperationen setzt, mit Amerikanern, mit Chinesen. Verhindern will er das mit den drastischen Sparmaßnahmen, die er in dieser Woche den Mitarbeitern erklären muss bei außerordentlichen Betriebsversammlungen an den deutschen VW-Standorten. Gerade dort, wo es nach Darstellung von Blume aktuell keine sichere Perspektive gibt – in Zwickau, Emden und Hannover – könnte es unschön werden. Es gebe 'intelligentere Lösungen als Werkschließungen', hatte der Vorstandschef im Juli gesagt. Langsam würden die Mitarbeiter gern wissen, was er damit meint."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin erkennt in der Situation von VW allgemeinere Probleme:
"Es ist schon so, dass die Entwicklung von VW sich als Metapher lesen lässt, für den Weg, den die Bundesrepublik eingeschlagen hat. Und das zumindest sollte Friedrich Merz zu denken geben, denn der Weg von VW scheint geradewegs in die Bedeutungslosigkeit zu führen. Bei Konzernen wie Staaten ist Bedeutungslosigkeit gleichzusetzen mit: Abgrund."
Das DARMSTÄDTER ECHO verweist auf das minimale Wachstum der deutschen Wirtschaft um 0,3 Prozent im zweiten Quartal - und schreibt:
"So schlecht sind die Chancen vieler deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt anscheinend doch nicht. Die vielen kleinen und mittelgroßen Champions geraten schnell aus dem Blick, weil alle auf die unbestritten großen Probleme der Autokonzerne starren. Wenn diese jetzt einigermaßen die Kurve kriegen, sieht es auch auf mittlere Sicht gar nicht so schlecht aus. Bleibt der Risikofaktor Bundesregierung. Nur wenn Schwarz-Rot seine Reformversprechen endlich erfüllt, hat der Stimmungswechsel in der Wirtschaft ein solides Fundament."