28. August 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Zunächst mit Stimmen zum juristischen Vergleich zwischen dem Digitalkonzern Meta und zahlreichen US-Bundesstaaten, der eine Milliardenzahlung beinhaltet und zu mehr Jugendschutz auf Instagram und Facebook führen soll.

Meta-Schriftzug und Meta-Logo vor schwarzem Hintergrund
Zu Meta gehören etwa Facebook, Instagram und Whatsapp. (IMAGO / ZUMA Wire / IMAGO / Angga Budhiyanto)
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER fragt:
"Reicht es wirklich, die Schäden von sozialen Netzwerken zu begrenzen, indem man für junge User Nutzungslimits, eine Nachtsperre und einen Schulmodus in die Apps programmiert? Das scheint zumindest das Kalkül von Mark Zuckerbergs Social-Media-Riesen zu sein. Doch es ist unwahrscheinlich, dass sich so die Anti-Stimmung in der Gesellschaft beruhigt. Immer mehr Menschen spüren instinktiv, wie sehr ihnen viele Online-Technologien schaden. Viele haben ihre Meinung über die Tech-Bosse längst grundlegend geändert. Zuckerberg, Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Tesla-Chef Elon Musk galten früher noch als mutige Visionäre. Inzwischen wächst der Hass auf den Exzess der Milliardäre – es ist die Folge von Privatflügen ins Weltall, der Besetzung Venedigs für die eigene Hochzeit und der Einmischung in die Weltpolitik mit viel zu oft faschistischen Ansichten. Die Märkte aber sahen in dem Vergleich eine gelungene Schadensbegrenzung – der Meta-Kurs an der Börse war prompt gestiegen. Und doch gibt es berechtigte Zweifel daran, dass sich die breite Bevölkerung so leicht besänftigen lässt."
Auch die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG beobachtet:
"Die Stimmung gegen die Technologiekonzerne in den USA kippt. Der Missmut in der Bevölkerung ist übrigens parteiübergreifend, weshalb die Tatenlosigkeit der Politik schwer zu erklären ist - außer durch eine sehr, sehr starke Lobby."
Das HANDELSBLATT blickt auf die deutsche Start-up-Szene, die zuletzt so viele Investitionen eingesammelt hat wie noch nie in einem ersten Halbjahr.
"Während in der Coronazeit Investoren vor allem auf Wachstum achteten, egal wie teuer dieses erkauft war, bringen die meisten neuen Milliarden-Start-ups wie Quantum Systems, aber auch die KI-Firmen N8N und Parloa ein ganz anderes Fundament mit: volle Auftragsbücher, gute Netzwerke und Kontakte zur etablierten Industrie. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte gibt es aber auch. Sie lautet: Der Markt wird für die allermeisten Gründerinnen und Gründer nicht einfacher, sondern schwieriger. Das Risikokapital verteilt sich auf deutlich weniger Start-ups als in der Coronapandemie. Wer nicht die KI- oder Rüstungswelle reitet, hat es schwer, überhaupt Wagniskapital bei Investoren einzusammeln. Die Rekordsumme für deutsche Start-ups ist ein Erfolg. Aber er verdeutlicht auch den Herdentrieb, dem Investoren gern erliegen."