31. August 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird die Debatte über die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren.

Senioren sitzen auf einer Parkbank am Fluss.
Über das in den Plänen zur Rentenreform vorgesehene Aus für die Rente mit 63 wird wieder gestritten. (picture alliance / Jochen Tack / Jochen Tack)
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE bemerkt dazu:
"Sie auslaufen zu lassen, ist in einer alternden Gesellschaft nur vernünftig. Viele ältere Beschäftigte aber haben die Rente mit 63 längst in ihre persönliche Lebensplanung mit eingepreist. Eine Übergangsfrist von fünf Jahren, wie die Sozialministerin sie nun vorschlägt, würde ihnen Planungssicherheit geben, ohne die Reform insgesamt zu entwerten. Immer mehr Rentner, immer weniger Beitragszahler und eine kontinuierlich steigende Lebenserwartung: Vor diesem Hintergrund ist eine Rente mit 63 oder 65 nicht mehr zeitgemäß und auch nicht mehr bezahlbar. Für alle, die aus gesundheitlichen Gründen nicht so lange durchhalten, muss die Koalition noch eine Lösung finden, zum Beispiel über eine weitere Erhöhung der Erwerbsminderungsrente."
Die Rentenreform müsse im Herbst verabschiedet werden, fordert die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG und kritisiert dabei auch Teile der Union:
"Zum Ende der Sommerpause laufen sich schwarz-rote Reformer und Bremser warm. In welche Kategorie fällt der Arbeitnehmerflügel von CDU und CSU? Meist steht er auf der Seite der Bremser, wenn es darum geht, die Kosten des Sozialstaats tragfähig zu halten. So könnte aus seinem Wunsch, sich in den parlamentarischen Beratungen 'über konkrete Texte und Formulierungen' des neuen Rentenpakets beugen zu können, bloß der Gedanke sprechen, zentrale Punkte zu entschärfen - etwa die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren. Fünf Jahre Übergangsfrist erscheinen jedenfalls zu lang für die angesichts der Wucht des demographischen Wandels überfällige Kurskorrektur."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf das Ölabkommen der USA mit Venezuela:
"Ungefähr ein Fünftel der Gesamtvorkommen des Landes will US-Präsident Trump den USA in Venezuela gesichert haben. Die amtierende Präsidentin zeigt sich begeistert – aus gutem Grund. Trump hat von Anfang an sehr deutlich gemacht, worum es ihm in Venezuela geht, um die Bodenschätze. Dafür braucht er Stabilität im Land. Wenn Trump überhaupt jemals Interesse an freien Wahlen hatte, dürfte es nun erloschen sein. Kurzfristig, weil die Benzinpreise in den USA zu den Zwischenwahlen im November sinken könnten. Langfristig, weil der US-Präsident keinerlei Garantie dafür hat, dass sich eine demokratisch gewählte Regierung an die Vereinbarungen des alten Regimes halten würde. Die 'Win-win'-Chance dieses Geschäfts, wie es die US-Administration bezeichnet, besteht nicht darin, dass beide Länder gleichermaßen davon profitieren. Sie besteht vorrangig darin, dass sich zwei autokratische Herrscher an der Macht halten können."