04. September 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema in den Kommentaren sind die zuletzt deutlich optimistischeren Konjunkturprognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute.

    Eine Industrieanlage mit vielen qualmenden Schornsteinen
    Die Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft fallen wieder positiver aus (Symbolbild). (Julian Stratenschulte / dpa)
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG mahnt trotz der besseren Aussichten zur Vorsicht:
    "Das Dramatische an den plötzlich so positiven Konjunkturprognosen ist nicht, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um rund 1,3 Prozent zulegen könnte. Der Export in einer robusten Weltwirtschaft und der kräftige staatliche Griff in den Schuldensäckel zeigen ihre Wirkung. Das Dramatische an den Prognosen ist vielmehr, dass die konjunkturelle Dynamik sich bis zum Jahr 2028 deutlich abschwächen soll."
    Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf spricht von einem ermutigenden Signal:
    "Die Wirtschaftsforschungsinstitute verdoppeln reihenweise ihre Konjunkturprognosen. Sie erwarten kein Mini-Wachstum mehr, sondern einen Zuwachs deutlich oberhalb von einem Prozent. Das ist nicht sehr viel, aber nach vielen Jahren der Stagnation und Rezession ein Lichtblick. Trotz aller Rückschläge, etwa durch den Iran-Krieg, zeigt sich die Wirtschaft überraschend robust. Das ist ein Mutmacher für alle, auch für die krisengeplagte Bundesregierung."
    Die FRANKFURTER RUNDSCHAU betont, Treiber der positiveren Entwicklung seien...
    "... Aufträge aus dem europäischen Ausland und die Ausgabenprogramme der Bundesregierung. Der Konsum zeigt dagegen wenig Lebenszeichen, was aufgrund der Preissteigerungen und des Stellenabbaus in der Industrie kein Wunder ist. Aber die Reallöhne steigen, deshalb könnte sich mit besserer Stimmung auch hier etwas bewegen."
    Die NÜRNBERGER ZEITUNG verweist auf die weiterhin schwierige Lage vieler Unternehmen:
    "In der realen Welt der Wirtschaft dürfte man vielerorts die Botschaft vom gelinden Aufschwung mit Unglauben zur Kenntnis nehmen, so zum Beispiel in der besonders exportabhängigen bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Deren Arbeitgeberverbände meldeten just an demselben Tag, an dem die Wirtschaftsforscher ihre günstigen Prognosen abgaben, eine anhaltende Talfahrt."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG beschäftigt sich mit Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums für neue Gaskraftwerke, für die die EU-Kommission grünes Licht gegeben hat:
    "Damit dürfen noch 2026 Auktionen stattfinden, in denen sich Firmen um den Bau neuer Gaskraftwerke bewerben können. Bis 2031 soll ein Markt entstehen, in dem künftig Anlagen für die schiere Bereitschaft entlohnt werden, in knappen Zeiten Strom zu liefern. Beides ist überfällig, soll die Energiewende gelingen: Was hier entsteht, ist eine Versicherung gegen die Flaute. Denn ein komplett erneuerbares Stromsystem entsteht garantiert nicht, wenn es im Blackout mündet."