
Das WALL STREET JOURNAL stellt klar:
"Die Landtagswahl ist ein herber Rückschlag für die Regierung von Bundeskanzler Merz. Das Ergebnis ist ein weiterer Meilenstein für die Erosion der politischen Mitte, die die Regierungsarbeit in Europas größter Volkswirtschaft zunehmend erschwert. Die AfD hat die Wahl als Chance dargestellt, um zu zeigen, dass sie regieren und eine Politik jenseits des Mainstream-Konsenses umsetzen kann, der in der Nachkriegszeit vorherrschte."
Der MÜNCHNER MERKUR formuliert die Folgen für Friedrich Merz noch drastischer.
"Für den Kanzler gleicht das Ergebnis einer Hinrichtung. Diese Wahl wird lange nachhallen. Und Gräben zwischen Ost und West vertiefen. Es ist kein guter Deal, wenn der Westen Milliarden in den Osten schaufelt, dieser aber mit seiner Schwäche für Kommunisten und Rechtsradikale das Geschäftsmodell abwählt, auf dem bisher unser Wohlstand ruhte: Europa und freie Märkte."
Und die französische Wirtschaftszeitung LES ECHOS fragt:
"Wie lässt sich der Aufschwung der AfD erklären? In diesem Bundesland, das als eines der ärmsten in Deutschland gilt, hat die rechtsextreme Partei das Gefühl des sozialen Abstiegs in der Bevölkerung für sich genutzt. Außerdem hat sie mit der Angst eines Teils der Wählerschaft vor einer Verwässerung ihrer deutschen Identität gespielt - und auf das rhetorische Talent ihres Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gesetzt."
Und noch ein Blick in die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG zu einem ganz anderen Thema.
"Es ist für den Industrie- und Technologiestandort Deutschland ein Signal der Hoffnung: Die erste hierzulande entwickelte und gebaute Rakete hat am Samstag den Weltraum erreicht. Das Münchner Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace hat sich trotz der vier fehlgeschlagenen Versuche in diesem Jahr nicht entmutigen lassen und kann sich nun über einen erfolgreichen Testflug freuen. Doch darf das nicht über den enorm großen Nachholbedarf Europas hinwegtäuschen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im vergangenen Jahr gab es in den Vereinigten Staaten 198 Raketenstarts und im Rest der Welt 124, hauptsächlich in China und Russland. Europa hingegen kam nur auf acht Raketenstarts. Doch der Weltraum ist zu wichtig, als dass es sich Deutschland und Europa erlauben können, ihre Satelliten weiterhin über SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, ins All befördern zu lassen. "
