11. September 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf 2,5 Prozent erhöht.

Die Lichter der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main leuchten am Abend zur Blauen Stunde.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main (picture alliance / greatif / Florian Gaul)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG fasst zusammen: "Der Einfluss der EZB über die Zinspolitik auf den Ölpreis ist, wenn es ihn überhaupt gibt, sehr indirekt. Aber Aufgabe der EZB ist es, zu verhindern, dass durch den gestiegenen Ölpreis die Inflation aus dem Ruder läuft. Seit sechs Monaten liegt die Inflationsrate jetzt über dem Ziel von zwei Prozent. Das ist einfach zu viel. Die Notenbank kann durch entschlossenes Handeln verhindern, dass überhöhte Inflationserwartungen die Preispolitik der Unternehmen und Lohnverhandlungen prägen."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER kommentiert:
"Der Schritt ist nötig, um die Teuerungsrate von immerhin rund drei Prozent im Zaum zu halten. Und er ist möglich, weil Europas Konjunktur ins Laufen kommt. Das Risiko, sie mit kleinen Zinserhöhungen abzuwürgen, ist aktuell gering. So wurde der Beschluss am Donnerstag zur Routine. Von Routine ist die US-Notenbank hingegen weit entfernt. Der Wechsel an der Fed-Spitze brachte Unruhe ins System, der neue Chef Kevin Warsh steht in der kommenden Woche vor seiner ersten großen Bewährungsprobe: Die Inflation spricht für eine Zinserhöhung, es gibt aber auch sachliche Argumente dagegen – und einen Präsidenten, der abseits aller Sachlichkeit Senkungen fordert. Umso wichtiger ist es, dass die EZB souverän ihren Job macht."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG beschäftigt sich mit den sinkenden deutschen Investitionen in den USA:
"Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken die Direktinvestitionen im ersten Halbjahr 2026 um sage und schreibe 65 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der Grund für die Zurückhaltung hat neben der allgemein herausfordernden Wirtschaftslage einen Namen: Donald Trump.Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025 hat die US-Regierung wichtige Handelspartner vor den Kopf gestoßen. Wer nicht weiß, welche Regeln morgen gelten, investiert heute nicht. Das nennt sich Risikomanagement."
Die Sanierungen auf den Strecken der Deutschen Bahn werden voraussichtlich länger dauern als zunächst angekündigt. Die MEDIENGRUPPE BAYERN schreibt dazu:
"Die Bahnsanierung ist ein Marathon, kein Sprint. Bei dem, was Management und Politik in der Vergangenheit alles versemmelt haben, wird es vermutlich noch manchen Rückschlag geben. Nur eines muss auch klar sein: Die Politik muss die Bahnsanierung stützen. Dass trotz immenser neuer Staatsschulden für die Infrastruktur etwas schon wieder am Geld scheitern könnte, macht dann doch stutzig."