14. September 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird unter anderem die Debatte über die Risiken Künstlicher Intelligenz. Führende KI-Unternehmen wollen nach eigenen Angaben die Entwicklung ihrer Programme verlangsamen und verweisen auf die Gefahren, die mit der neuen Technologie verbunden sind.

Ein Smartphone ist von abstrakten mehrfarbigen gewundenen Kurven umgeben.
KI zwischen Innovation und Risiko: Die aktuelle Debatte kreist um die Gefahren der Technologie (Symbolbild). (Getty Images / Andriy Onufriyenko)
Die FRANFKURTER ALLGEMEINE ZEITUNG findet:
"Das wirkt auf den ersten Blick wie die kritische Reflexion des eigenen unternehmerischen Handelns. Doch hinter dem Aufruf von Anthropic-Chef Amodei und der öffentlichen Zustimmung von OpenAI-Chef Altman steckt mehr. Dass ein KI-Modell von OpenAI unlängst aus seiner Testumgebung ausgebrochen ist und Schaden angerichtet hat, wirft ein Schlaglicht auf die Risiken einer Technik, die sich gegen den Menschen wenden kann. Schon bei sozialen Netzwerken waren westliche Gesellschaften viel zu naiv; man wollte zu Beginn nur ihren Nutzen sehen und vergaß darüber, auf die Gefahren zu schauen."
Das HANDELSBLATT gibt zu bedenken:
"Aktuell sind KI-Systeme so leistungsfähig, dass sie gewaltige Schäden anrichten können. Das zeigen die dokumentierten Attacken. Was uns derzeit viel mehr Sorge bereiten sollte, ist die Tatsache, wie weit die Modelle agieren konnten und wie wenig OpenAI unternommen hat, diesen Missbrauch einzudämmen. Es wird nur eine Frage von Monaten sein, bis die erste Bank, das erste Stadtwerk oder das erste Krankenhaus per Künstlicher Intelligenz gekapert wird. Vermutlich sind diese Angriffe ohnehin schon passiert und wir wissen es nur bisher nicht."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint:
"Es wäre freilich naiv zu glauben, dass allein die Sorge um die Menschheit Anthropic-Chef Amodei und dessen Rivalen antreibt. Indem die Chefs jetzt die eigene Aufsicht fordern und vorantreiben, wollen sie ihren Investoren und potenziellen Aktionären die eigene Seriosität vorführen. Gleichwohl bleiben auch sie in der Eskalationslogik der Tech-Branche gefangen: Wer zu früh nachlässt, wird von anderen übernommen, und muss deswegen immer weiter vorangehen."
Bundesjustizministerin Hubig will Verstöße gegen die Mietpreisbremse künftig schärfer ahnden. Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hält den Vorstoß für sinnvoll, sieht darin aber keine Lösung der Wohnungskrise:
"Die Mietpreisbremse ist kein komplett wirkungsloses Instrument. Aber es gibt zu viele Schwachstellen. Bußgelder werden nichts daran ändern, dass der Mieter bei überhöhten Quadratmeterpreisen im Zweifel der Gelackmeierte bleibt. Ein weiteres Schlupfloch: Bei möblierten Wohnungen – die Möbel können noch so ranzig sein – lässt sich die Deckelung umgehen. Und für bestimmte Kurzzeitvermietungen und Neubauten gilt sie ohnehin nicht."