
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG fragt:
"Was hilft angesichts solch einer Unsicherheit? Ganz sicher keine Panik. Und auch keine politische Selbstbeschäftigung und Personaldebatten. Die Regierung hat mehr denn je die Aufgabe, der zu Recht verunsicherten Bevölkerung Orientierung zu geben: Wer verfolgt international welche Interessen? Was liegt überhaupt in unserer Hand? Was sind die Prioritäten? Ein neuer Tankrabatt für alle ist es ganz sicher nicht. Er würde die Dieselknappheit zusätzlich befeuern und die Haushaltsengpässe verschärfen."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG verlangt spürbare Entlastungen für Verbraucher und Unternehmen:
"Die Spritpreise werden nicht nur für private Haushalte zu einer enormen Belastung, sondern auch für die Betriebe. Deshalb muss nun endlich Schluss sein mit dem schwarz-roten Lamentieren in Berlin. Die Bürger haben es satt, erklärt zu bekommen, was alles nicht geht, sondern wollen hören, was die Bundesregierung zu unternehmen gedenkt, um den Preiswahnsinn an den Tankstellen mindestens zu drosseln. Es gibt also Möglichkeiten, Haushalten und Betrieben ohne Neuauflage des teuren Tankrabatts zu helfen. Selbst wenn sie nicht der reinen ordnungspolitischen Lehre entsprechen mögen: Es wird Zeit für ein Entlastungssignal."
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg verweist auf die wachsenden Risiken für die internationalen Öl- und Handelsrouten und warnt vor den Folgen für Verbraucher und Wirtschaft:
"Es muss die westliche Welt in Sorge stürzen, dass nun die islamistische Huthi-Miliz vorrückt – bis an Jemens Westküste und damit näher an die internationalen Handelsschiffe als je zuvor. Dazu gehören auch Angriffe auf eine wichtige Ölpipeline im benachbarten Saudi-Arabien. Damit ist nach der Straße von Hormus die nächste Meerenge de facto unter iranischem Einfluss mit immer problematischeren Folgen für die Weltwirtschaft – und für die Benzin- und Heizölpreise in Deutschland."
Im Ringen um eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch UniCredit hat der Bund als zweitgrößter Aktionär Bedingungen formuliert. Das HANDELSBLATT verweist auf die starke Position von UniCredit-Chef Orcel:
"Die Bundesregierung will Zusicherungen: Die Kreditversorgung insbesondere des deutschen Mittelstands soll sichergestellt bleiben, der Finanzstandort Frankfurt nicht geschwächt werden und ein absehbarer Arbeitsplatzabbau sozialverträglich ablaufen. Das sind nachvollziehbare Anliegen. Nur ist die Regierung mittlerweile in einer schwachen Verhandlungsposition. Während sie in den vergangenen zwei Jahren geschmollt hat, hat Orcel Fakten geschaffen."
