Pressekonferenz
Drohnen-Vorfall in Leipzig: Bundesregierung macht Russland verantwortlich - Russisches Generalkonsulat in Bonn wird geschlossen

Die Bundesregierung ‌ist davon überzeugt, dass Russland für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich ist. Das teilten Bundesinnenminister Dobrindt und Außenminister Wadephul bei einer Pressekonferenz in Berlin mit.

    Johann Wadephul (l, CDU), Bundesaußenminister, und Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, geben eine Pressekonferenz zu den Entwicklungen im Fall der am Flughafen Leipzig/Halle gefundenen Sprengstoff-Drohne im Bundesinnenministerium.
    Außenminister Wadephul und Bundesinnenminister Dobrindt (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse belegten eine russische Verantwortung. Dobrindt sagte, es lägen Erkenntnisse vor, wonach ein Sprengstoff verwendet worden sei, den man aus Russland kenne. Dies gelte auch für die Drohnenkonfiguration. Die abschließende Ausführung sei dem Bereich von "Low-Level-Agenten zuzuordnen", sagte Dobrindt.
    Deutschland reagiert auf den mutmaßlichen russischen Angriff in Leipzig ‌mit einer Reihe ⁠von Gegenmaßnahmen. ⁠Dazu gehören die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die Einbestellung des russischen Botschafters in Berlin. Zudem wird der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt und die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige werden verschärft.

    Drohne mit Sprengstoff wurde Anfang August entdeckt

    Ein mit Sprengstoff präparierter Flugkörper war Anfang August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem "schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland".
    Die Regierung in Moskau weist jede Verantwortung für den Vorfall zurück.
    Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.