
Im Lake Memphremagog an der Grenze zwischen den USA und Kanada hatten Angler und Biologen immer wieder von merkwürdigen Hautschäden bei Zwergwelsen berichtet. Verantwortlich dafür ist laut den Fachleuten der University of Vermont ein Hautkrebs, der von Fisch zu Fisch übertragbar ist. Es ist das erste Mal, dass solch eine Krebsart bei einer Fischart beschrieben wird. Bislang kannte man ansteckende Krebskrankheiten unter anderem von Hunden und Muscheln.
Die Wissenschaftler verglichen das Erbgut der Tumore mit dem von noch gesundem Gewebe der erkrankten Fische. Demnach waren die Krebszellen untereinander viel enger verwandt, als mit ihrem Wirt. Das zeigt laut den Forschenden, dass es sich um einen übertragbaren Krebs handeln muss, bei dem die Tumorzellen ähnlich wie Krankheitserreger wirken.
Das Team stellte auch fest, dass offenbar vor allem nur größere Fische im Laichalter befallen sind. Vermutet wird deswegen, dass das Laichverhalten zur Ausbreitung führt. Unklar ist noch, ob - und wenn ja wie stark - auch Zwergwels-Populationen in anderen nordamerikanischen Seen betroffen sind.
Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
