Sonntag, 29. Mai 2022

Einigung
Süd- und Nordkorea entschärfen Krise

Nach den gegenseitigen Drohgebärden wollen Süd- und Nordkorea die Krise wieder entschärfen. Darauf einigten sich beide Seiten nach zweitägigen Gesprächen. Medienberichten zufolge erklärt Südkorea sich bereit, seine anti-kommunistischen Lautsprecher-Durchsagen an der Grenze wieder abzustellen.

24.08.2015

Die Teilnehmer der Regierungsdelegationen von Nord- und Südkorea reichen sich in Panmunjom am 22.08.2015 die Hand
Ein Bild, das die südkoreanische Regierung zu den jüngsten Gesprächen mit dem Norden veröffentlichte (picture alliance / dpa / Yonhap / South Korean Ministry )
Die Gespräche auf hochrangiger Ebene liefen seit Samstag im Grenzort Panmunjom. Jetzt wurde eine Einigung erzielt. Nordkorea werde sein Bedauern über die jüngsten Vorfälle ausdrücken und Südkorea im Gegenzug die Beschallung des Nordens über die Grenze hinweg einstellen, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. In der Nacht zum Dienstag solle eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht werden. Das südkoreanische Präsidialamt bestätigte den Abschluss der zweitägigen Gespräche und kündigte ebenfalls eine Erklärung an. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.
Gegenseitige Provokationen
Anfang August waren bei der Explosion von Landminen in der demilitarisierten Zone zwischen beiden Staaten zwei südkoreanische Soldaten verletzt worden. Die Regierung in Seoul machte dafür den Norden verantwortlich und begann per Lautsprecher die Ausstrahlung einer Mischung aus Nachrichten und Popmusik an der Grenze.
Nordkorea wies die Vorwürfe zurück, forderte den Süden ultimativ auf, die Beschallung einzustellen und drohte mit einem Militäreinsatz. Zeitweilig beschossen sich beide Staaten, die sich seit dem Korea-Konflikt in den 50er-Jahren formell noch im Kriegszustand befinden, mit Artillerie.
(fwa/tön)