Eintracht Frankfurt im Pokalfinale"Dann wird Fußball grausam"

Kurz vor Ende sah es im Pokalfinale gut aus für die Außenseiterinnen aus Frankfurt: 0:0 und nach roter Karte für Nationaltorhüterin Schult in Überzahl. Ein Wolfsburger Konter beendete die Titelträume. Doch Frankfurts Präsident Peter Fischer ist stolz auf die junge Mannschaft, sagte er im Dlf.

Peter Fischer im Gespräch mit Maximilian Rieger | 30.05.2021

Szene aus dem Finale Wolfsburg gegen Frankfurt.
Szene aus dem Finale Wolfsburg gegen Frankfurt. (imago)
Dem VfL Wolfsburg sei die Mannschaft von Eintracht Frankfurt spielerisch unterlegen, meint Eintracht-Präsident Peter Fischer über den Gegner im Pokalfinale. "Aber wir haben alles, alles mit Leidenschaft und mit einem unglaublichen Willen meiner Meinung nach gut ausgeglichen. Und dann wird Fußball grausam. Wenn du dann zwei Minuten vor dem Elfmeterschießen letztendlich dieses eine Tor fängst. Aber Stolz - trotz allem Stolz auf die junge Truppe, die wir dort auf dem Platz haben."
Der Präsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer.
Der Präsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer. (pa/dpa/Arnold)
Ein Jahr nach der Fusion des 1. FFC Frankfurt mit der Eintracht zieht Fischer trotz des verlorenen Pokalfinals ein positives Fazit: "Und damit meine ich vom Jugendbereich hin bis zu den Profis. Und dass wir im ersten Jahr im Pokalfinale stehen, dass hätten wir uns sicherlich auch alle vor einem Jahr kaum träumen lassen. Ich denke, das ist ein sehr, sehr guter Abschluss für das erste Jahr unter Eintracht Frankfurt Frauenfußball."
Doris Fitschen mit ernster Miene in einer Gesprächssituation vor einer Glasfassade
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Jahrzehntelang war Doris Fitschen eine der wichtigsten Profifußballerinnen Deutschlands. Nach dem Ende ihrer aktiven Zeit macht sie sich im DFB für den Frauenfußball stark. Und sie kämpft für eine Vielfalt, von der auch männliche Spieler profitieren.

Sponsorensuche wird leichter

Eine unglaublich gute Verbindung nennt Fischer die Fusion. Die gemeinsamen Strukturen könnten den Frauen helfen, etwa in der Sportmedizin. Die Motivation aus den Erfolgen der Frauen und gegenseitiger Respekt täten auch den Männern gut.
Ob die Bundesliga der Frauen nicht wie die der Männer besser von der Deutschen Fußball Liga, als vom Deutschen Fußball-Bund ausgerichtet werden sollte, will Fischer nicht sagen. Er ist sich aber sicher, dass die schwierige Suche nach Sponsoren sich bei den Frauen in den nächsten Jahren erleichtern werde.
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Der erhoffte Schub für den Frauenfußball in Deutschland blieb nach der Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land aus. Der Fußball in Deutschland ist nach wie vor männerdominiert, vor allem in den Gremien. "Es ist noch einiges zu tun", sagte DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg im Dlf
Für die Eintracht-Frauen will Fischer die Ziele nicht zu hoch setzen. Die Konkurrenz sei sehr stark und der Verein wolle nicht kurzfristig erfolgreich sein, sondern lieber mittelfristig arbeiten, langsam ein paar Plätze in der Bundesliga nach oben klettern, nachdem es in dieser Saison nur für Platz sechs reichte. Die internationalen Plätze beginnen ab Platz drei.