Staatsbesuch
Emirate wollen in Deutschland Milliarden investieren - Emirates fliegt künftig auch BER an

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen ihre vor mehr als zwei Jahrzehnten gegründete strategische Partnerschaft neu beleben. Das vereinbarten Bundeskanzler Merz und der Staatspräsident der Emirate, Mohammed bin Sajid in Berlin. Unter anderem wollen die VAE rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren.

    Staatspräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, al-Nahjan, bei Bundeskanzler Merz. Händeschütteln vor dem Kanzleramt
    Staatspräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, al-Nahjan, bei Bundeskanzler Merz (picture alliance / AP Photo / Michele Tantussi / Michele Tantussi)
    Angestrebt sei eine vertiefte Zusammenarbeit in Bereichen wie der internationalen und regionalen Sicherheit, Verteidigung, Handel und Investitionen, Energie und Klima, neue Technologien, Digitalisierung, Wirtschaft, Verkehr, Umwelt, Kultur und Bildung, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Scheich Mohammed hatte am Vormittag einen zweitägigen Staatsbesuch in Deutschland begonnen. 

    Auch Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich wird ausgebaut 

    In der gemeinsamen Erklärung bekräftigten beide Seiten, dass eine verstärkte Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich und in der Verteidigungstechnologie eine zentrale Säule der Beziehungen darstelle. Unterzeichnet wurde auch eine Absichtserklärung zur polizeilichen und sicherheitstechnischen Zusammenarbeit. Diese soll über ein reines Lieferanten-Empfänger-Verhältnis hinaus zu einer umfassenderen, strategischen Partnerschaft ausgebaut werden.
    Die Emirate kündigten an, weitere 40 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Damit wird die bisherige Investitionssumme des Golfstaates in die deutsche Wirtschaft von rund 34 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Während des Besuches wurden den Angaben zufolge zudem 29 Geschäftsabschlüsse zwischen deutschen und emiratischen Unternehmen mit einem Volumen von fast 9,4 Milliarden Euro unterzeichnet.

    Steinmeier: Deutschland ist verlässlicher Partner der Emirate

    Bundespräsident Steinmeier hatte den Gast aus dem Golfstaat mit militärischen Ehren begrüßt. Es ist der erste Staatsbesuch eines Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland überhaupt. Bei einem Staatsbankett am Abend machte der Bundespräsident deutlich, dass Deutschland für die Emirate ein zuverlässiger Partner in krisenhaften Zeiten sein will. "Die Welt ist unruhiger geworden, alte Gewissheiten sind brüchig", sagte er in seiner Tischrede. Auch die Emirate, seine Menschen und Wirtschaft litten unter Angriffen aus dem Iran. 
    Steinmeier bescheinigte den VAE eine "beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung", gerade mit Blick auf die Transformation der Wirtschaft von Öl und Gas hin zu nachhaltigen Technologien und erneuerbaren Energien. "Nicht zuletzt mit seinem großen Potenzial beim Thema Wasserstoff ist Ihr Land ein spannender Partner."

    Emirates fliegt künftig auch Berliner Flughafen BER an

    Die Fluggesellschaft Emirates bekommt zusätzliche Landerechte in Deutschland. Künftig bietet sie tägliche Langstreckenflüge zwischen dem Berliner Flughafen BER und Dubai an, wie der Berliner Senat mitteilte. Die Vereinbarung sei Teil eines neuen Luftverkehrsabkommens. "Damit wird der Hauptstadtflughafen BER international noch besser angebunden", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Wegner. Mit täglichen Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai rückten "zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch enger zusammen".
    Emirates fliegt in Deutschland bislang Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg an. Die Airline bemüht sich schon länger um Landerechte insbesondere für den Hauptstadtflughafen BER
    Diese Nachricht wurde am 10.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.