
Reiche sprach in diesem Zusammenhang von "zentralen Zukunftsfeldern". Wegen sinkender Ölpreise gebe es ein Defizit im saudischen Staatshaushalt. Deshalb wolle das Land sich breiter aufstellen, fügte die CDU-Politikerin hinzu. Daneben wurden Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und saudi-arabischen Unternehmen unterschrieben.
Viel Wind und Sonne
Reiche verwies auf die niedrigen Erzeugungskosten für erneuerbare Energie aus Wind und Sonne in Saudi-Arabien - und damit auch für klimafreundlich produzierten Wasserstoff. In der zwischen den beiden Ministerien vereinbarten Erklärung geht es unter anderem auch um den Umgang mit dem Treibhausgas Kohlendioxid, die Digitalisierung im Energiebereich, der Chemiebranche und dem Aufbau verlässlicher Lieferketten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen sowie dem Privat- und dem Staatssektor soll gestärkt werden.
Rostocker Hafen neue Drehscheibe für grünen Wasserstoff
Der Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll künftig vor allem über den Rostocker Hafen nach Deutschland gelangen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power, der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg, der Rostocker Hafen und der Gasimporteur VNG ebenfalls in Riad. Geplant sind Lieferungen von der saudischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer aus. Für den Transport per Schiff wird der Energieträger Wasserstoff in der Chemikalie Ammoniak gebunden, der sich dadurch einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt. In Rostock soll das Ammoniak dann wieder in Wasserstoff rückumgewandelt und von dort weitertransportiert werden. Dazu wird ein sogenannter Cracker genutzt, den VNG entwickelt.
Der grüne Wasserstoff soll in einem künftigen klimafreundlichen deutschen Wirtschaftssystem neben klimaneutral erzeugtem Strom eine zentrale Rolle spielen: CO2-neutral erzeugt soll es etwa in neuen Kraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom vorhanden ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks zum Einsatz kommen und so riesige Mengen Kohlendioxid vermeiden.
Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




