
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und der britische Premierminister Starmer äußerten sich erleichtert über Rubios grundsätzliches Bekenntnis zum transatlantischen Verhältnis. Sie plädierten aber auch dafür, in den Beziehungen zu den USA mit mehr Selbstbewusstsein aufzutreten. Von der Leyen betonte, es sei an der Zeit, dass Europa bei seiner Sicherheit Verantwortung übernehme und dabei auch "Tabus" breche. So müsse die in den EU-Verträgen festgeschriebene Beistandsklausel zur gegenseitigen Verteidigung nun konkret mit Leben gefüllt werden, forderte von der Leyen.
Vize-Kanzler Klingbeil sagte, Rubios Worte seien verbindlich und diplomatisch gewesen, viele Differenzen blieben aber bestehen. Skepsis äußerte auch die Grünen-Politikerin Haßelmann. Nur weil Rubios Rede im Ton freundlicher gewesen sei als die von Vize-Präsident Vance im vergangenen Jahr, sei dadurch nichts in Ordnung in den so wichtigen transatlantischen Beziehungen.
Rubio: Europa hat in Vergangenheit Fehler gemacht
Rubio hatte Europa dazu aufgerufen, das transatlantische Bündnis gemeinsam mit den USA neu zu beleben. Die USA und Europa teilten das gemeinsame Erbe der westlichen Zivilisation und gehörten zusammen, sagte Rubio in seiner Rede. In der Vergangenheit seien jedoch Fehler gemacht worden, die diese Zivilisation bedrohten.
Rubio sprach dabei unter anderem von unkontrolliertem Freihandel und Massenmigration. Die USA unter Präsident Trump seien dabei, diese Fehler zu korrigieren. Sie wollten keine Trennung von Europa, sondern ein starkes Europa, um gemeinsam den Weg in ein neues Jahrhundert westlichen Wohlstands zu gehen, erklärte Rubio. Die Regierung in Washington erwarte von den Europäern dabei "Ernsthaftigkeit" und "Gegenseitigkeit". Man wolle keine schwachen Verbündeten. Meinungsverschiedenheiten wie in jüngster Zeit rührten daher, dass sich die USA "Sorgen" um Europa machten.
Die Politikwissenschaftlerin Stelzenmüller sagte im Deutschlandfunk, das Denkmuster Rubios sei dasselbe wie das von US-Vizepräsident Vance.In Rubios Rede sei erneut ein "zivilisatorisches Narrativ" deutlich geworden, das auf einer angeblichen Rettung des Abendlandes gebaut sei. Stelzenmüller verwies darauf, dass Rubio damit verschiedene Narrative der AfD bedient habe.
Chinesischer Außenminister plädiert für Stärkung der UNO
Weiterer Redner auf der Münchner Sicherheitskonferenz war unter anderem der chinesische Außenminister Wang Yi. Wang verwies in seinem Beitrag auf die US-Initiative für den sogenannten Friedensrat, den Kritiker als Konkurrenz zur UNO sehen. Er sagte, die führende Rolle der Vereinten Nationen müsse gestärkt werden. Ohne die UNO bestehe die Gefahr, dass das Recht des Stärkeren gelte. Es gäbe dann keine multilaterale Grundlage mehr.
In München werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs erwartet. Im Mittelpunkt der Sicherheitskonferenz stehen neben der Krise in den transatlantischen Beziehungen der Iran-Konflikt sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 14.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




