FairSquare
Erneute Beschwerde bei Ethikkomission gegen FIFA-Chef Infantino

Im Machtkampf beim Fußball-Weltverband FIFA erhöht auch die Menschenrechtsorganisation FairSquare den Druck auf Präsident Gianni Infantino. Die Organisation hat eine erneute Beschwerde gegen den Schweizer bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht.

    Gianni Infantino und Donald Trump halten bei der Siegerehrung der FIFA WM 2026 den Pokal in Händen, abseits steht der Trainer der siegreichen spanischen Nationalmannschaft Luis de la Fuente.
    Vor allem die Nähe zwischen Gianni Infantino und Donald Trump ist FairSquare ein Dorn im Auge. (imago / MIS / Andrey Heuler)
    Die Kommission müsse "nicht nur handeln, sondern auch erkennbar mit der gebotenen Eile, Transparenz und Sorgfalt vorgehen", zitiert die Sportschau aus dem Schreiben. Der Text liegt auch anderen Medien wie der dpa oder der französischen Tageszeitung "L'Équipe" vor. FairSquare wirft Infantino demnach einen mehrfachen Verstoß gegen den FIFA-Ethikkodex vor. Vor allem seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump stelle "einen schwerwiegenden Verstoß gegen seine Pflicht zur politischen Neutralität sowie einen eklatanten Missbrauch der präsidialen Befugnisse dar", zitiert die Sportschau weiter.
    FairSquare hatte bereits im Dezember 2025 eine Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht. Dasselbe Vorgehen blieb auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ohne Erfolg. Zuletzt hatte die Organisation den Ausschluss Infantinos von der Präsidentenwahl beim FIFA-Kongress am 18. März des kommenden Jahres in Rabat/Marokko gefordert.
    Infantino steht massiv unter Druck. Neben anderen fordert vor allem die Europäische Fußball-Union seinen Rückzug und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Hintergrund ist die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld Trumps zu verkaufen.
    Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.