Montag, 15. August 2022

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Erntebilanz 2019
Bauernverband beklagt Ernteausfälle

Hitze, Dürre und Starkregen: Das Extremwetter macht den deutschen Landwirten weiter zu schaffen. Die Ernte 2019 liegt unter dem Durchschnitt. Sorgen macht vor allem der Raps - hier ist die Ernte in diesem Jahr fast um die Hälfte eingebrochen.

Von Claudia van Laak | 23.08.2019

Alleebäume bilden den einzigen grünen Farbtupfer zwischen trockenen, abgeernteten Feldern (aufgenommen mit einer Drohne).
Auch in diesem Jahr war es vor allem im Osten Deutschlands wieder sehr trocken. (dpa-Bildfunk / Jan Woitas)
Nicht so schlecht wie im letzten Dürresommer ist die Ernte ausgefallen, aber noch lange nicht zufriedenstellend. Sechs Prozent weniger als der Durchschnittswert der letzten Jahre - doch dieser Durchschnitt ist immer weniger aussagekräftig. Denn die regionalen Unterschiede sind stärker denn je, sagt Bauernpräsident Joachim Rukwied.
"Gerade dort, wo es im letzten Jahr schon extrem trocken war, ich denke an die Regionen Mittel- und Ostdeutschland, auch in Teilen von Norddeutschland, haben wir in diesem Jahr erneut keine Niederschläge gehabt, haben wir in diesem Jahr noch geringere Ernteerträge erzielen können."
Die Bauern in Süddeutschland dagegen haben eine durchschnittliche Ernte einfahren können. Sorgenkind ist der Raps - hier ist die Ernte in diesem Jahr fast um die Hälfte eingebrochen. Wenn es nicht bald regne, sei auch die Ernte des nächsten Jahres gefährdet.
Auf Regenjahre folgte die Dürre
Wir spüren die Klimaveränderungen - so Bauernpräsident Rukwied. Starke Schwankungen, extreme Wetterlagen machen es den Landwirten schwer, sich darauf einzustellen.
"2017: Regen, Regen, Regen, nass. 2018: große Dürre. 2019: Hitzewellen und in einigen Regionen Deutschlands erneut große Dürre."
Bauern fordern steuerfreie Rücklage
Für die Ernteausfälle im letzten Jahr aufgrund der extremen Dürre haben die Landwirte inzwischen rund 228 Millionen Euro erhalten, noch sind nicht alle Hilfen ausgezahlt. In diesem Jahr fordert der Bauernverband keine finanzielle Unterstützung des Staates, die Landwirte müssten allerdings in die Lage versetzt werden, Reserven zu bilden.
"Dass man steuerlich die Dinge weiter ausbaut, und, ich kann's nur jedes Jahr wiederholen, endlich die Möglichkeit der Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage politisch auf den Weg bringt, damit der Landwirt in besseren Zeiten für schlechtere Zeiten etwas zurücklegen kann."
Immerhin der Wein wird gut
Die Klimaveränderungen sind nicht für alle Landwirte schlecht - genau wie im letzten Jahr können sich die Winzer freuen. Die Erntemenge werde vermutlich durchschnittlich ausfallen, so der Bauernverband. Die Qualität des Weines dürfte aufgrund der vielen Sonnentage exzellent sein.