Nach Drohnenvorfall in Leipzig
EU-Außenminister beraten in Irland über europäische Reaktion

Bundesaußenminister Wadephul informiert heute seine EU-Amtskollegen über die bisherigen Erkenntnisse zum mutmaßlichen russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle. Bei dem informellen Treffen im irischen Wicklow sollen nach Angaben von Diplomaten auch erste Beratungen über eine gemeinsame europäische Reaktion beginnen.

    Nach dem Anschlagsversuch mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle ermittelte zunächst unter anderem das Landeskriminalamt.
    Die bei dem Anschlag in Leipzig/Halle verwendeten Teile seien aus anderen hybriden Operationen Russlands bekannt, sagt Bundesinneminister Dobrindt (CSU). (imago / EHL Media)
    Die Bundesregierung hält es für erwiesen, dass Russland für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig vom 4. August verantwortlich ist. Damals war eine mit Sprengstoff und Zündmechanismus präparierte Drohne zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft wertet den Fall als schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur.

    Berlin reagiert mit Sanktionen und Schließungen

    Als Reaktion kündigte die Bundesregierung die Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland in Bonn zum 18. September an. Außerdem soll der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt, die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärft und der Druck auf die russische Schattenflotte erhöht werden. Zudem will Berlin auf weitere EU-Sanktionen dringen.

    Putin weist Vorwürfe zurück

    Russlands Präsident Putin wies die Vorwürfe zurück und sprach von fingierten Beweisen. Die Maßnahmen der Bundesregierung nannte er einen schweren Fehler. Das russische Außenministerium kündigte Gegenmaßnahmen an.

    Ukraine bleibt zentrales Thema

    Bei dem Treffen in Wicklow geht es außerdem um die weitere Unterstützung der Ukraine. Auf der Tagesordnung stehen die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, die Vorbereitung auf den Winter, der Schutz der Energieversorgung sowie die Finanzierung weiterer Hilfen. Diskutiert werden soll zudem, ob eingefrorene russische Vermögenswerte künftig stärker zur Unterstützung der Ukraine genutzt werden können.

    NATO sichert Deutschland Unterstützung zu

    Auch die NATO befasst sich heute auf deutsche Initiative mit dem Fall. NATO-Generalsekretär Rutte sprach von eindeutigen Beweisen und sicherte Deutschland die Solidarität des Bündnisses zu. Die EU-Außenbeauftragte Kallas warnte zugleich vor zunehmenden russischen Provokationen in Europa. Weitere Sanktionen gegen Russland werden in Brüssel nicht ausgeschlossen.

    Weitere Informationen:

    Drohnen-Vorfall - Bundesregierung macht Russland verantwortlich
    Drohnen-Vorfall - Reaktionen aus Russland und der Ukraine
    Diese Nachricht wurde am 02.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.