Schutz von Minderjährigen
EU-Kommission prüft Social-Media-Verbot für Jugendliche

Die Europäische Kommission will bis zum Sommer entscheiden, ob sie ein Social-Media-Verbot für Jugendliche auf den Weg bringt. Digitalkommissarin Virkkunen sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, man sammele gerade Daten, spreche mit Experten und analysiere Studien.

    Das Bild zeigt eine Schülerin mit ihrem Smartphone. Auf dem Bildschirm zu sehen sind Social Media Apps und ein rotes, symbolhaftes Sperrschloss.
    Schülerin mit Handy und Social Media Apps, die gesperrt sind (Symbolfoto zur Illustration des Themas) (picture alliance / dpa/ Wolfgang Maria Weber)
    Virkkunen erklärte, sie selbst befürworte eine gesamteuropäische Lösung; es sei aber noch keine Vorentscheidung gefallen. Auch müsse man bei dem Thema berücksichtigen, dass soziale Medien für Jugendliche eine wichtige Informationsquelle seien.
    In Australien war Anfang Dezember ein Gesetz in Kraft getreten, wonach Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr auf Plattformen wie Instagram, Tiktok oder Snapchat besitzen dürfen. Inzwischen erwägen einzelne EU-Staaten ebenfalls solche Verbote.

    Auch in Deutschland wird über neue Regeln diskutiert

    Auch in Deutschland wird über neue Regeln für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum diskutiert. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa vom Dezember befürworten 60 Prozent der Menschen in Deutschland ein Social-Media-Verbot für Nutzerinnen und Nutzer unter 16 Jahren. Das Meinungsbild in der Politik ist gemischt. Skeptiker verweisen darauf, dass die Maßnahme ein erheblicher Einschnitt in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sei.
    Bundesbildungsministerin Prien (CDU) hatte im September die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" eingesetzt. Das neue Gremium soll binnen Jahresfrist "konkrete Handlungsempfehlungen" vorlegen.
    Diese Nachricht wurde am 14.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.