
Die App soll zudem auch Beweise speichern können. Sie wird von der Kommission entwickelt; die Mitgliedstaaten können sie anschließend anpassen, übersetzen und an ihre nationalen Unterstützungsangebote anschließen. Die zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen sprach bei der Präsentation von der "Mission sicheres Internet". Hinter jedem Fall von Cybermobbing stecke das Leben eines jungen Menschen.
Nationale Ansätze besser koordinieren
Der Aktionsplan sieht auch vor, dass nationale Ansätze zur Bekämpfung schädlichen Verhaltens im Internet besser koordiniert werden. Zudem soll die Prävention gestärkt werden, indem zum Beispiel Schulen Trainings- und Informationsangebote bekommen.
Studien zufolge gibt in der Europäischen Union etwa jedes sechste Kind im Alter von 11 bis 15 Jahren an, schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden zu sein. Etwa jedes achte Kind gibt zu, Cybermobbing betrieben zu haben.
Kinderschutzbund gegen ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige
Auch der Deutsche Kinderschutzbund äußerte sich zum "Safer Internet Day". Der Verband sprach sich gegen ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige aus. Kinder und Jugendliche müssten zur Nutzung von entsprechenden Angeboten befähigt werden, sagte Vorstandsmitglied Alhäuser im Deutschlandfunk (Audio-Link). Zudem sei ein generelles Verbot nicht sinnvoll, da es auch zahlreiche positive Aspekte der Social-Media-Nutzung gebe.
Bundesfamilienministerin Prien sagte ebenfalls im Deutschlandfunk, man müsse anerkennen, dass es im Netz große Chancen, aber auch große Risiken gebe. Ein Social-Media-Verbot bis zu einem bestimmten Alter hält die CDU-Politikerin weiter für denkbar. Sie wolle aber die Ergebnisse einer von der Bundesregierung eingesetzten interdisziplinären Expertenkommission abwarten, sagte Prien.
Aktionsplan der EU-Kommission zum Cybermobbing.
Einzelne Staaten können bei Social-Media-verbot wenig tun:Interview mit dem Medienrechtler Stephan Dreyer.
Forderung nach mehr digitaler Zivilcourage: Interview mit der Psychologin Catarina Katzer.
Einzelne Staaten können bei Social-Media-verbot wenig tun:Interview mit dem Medienrechtler Stephan Dreyer.
Forderung nach mehr digitaler Zivilcourage: Interview mit der Psychologin Catarina Katzer.
Diese Nachricht wurde am 11.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
