Brüssel
EU-Vertreter empfangen erstmals Taliban - Proteste von Menschenrechtlern

Vertreter der islamistischen Taliban aus Afghanistan sind am Dienstag erstmals seit ihrer Machtübernahme von der EU-Kommission zu Gesprächen in Brüssel empfangen worden. Ein Kommissionssprecher erklärte, es sei auf "technischer Ebene" um Abschiebungen von Afghanen in ihre Heimat gegangen. Aktivisten von Amnesty International demonstrierten vor dem Sitz der Kommission.

    Eine Aktivistin von Amnesty International protestiert vor dem Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel mit einem Transparent gegen ein Treffen mit einer Taliban-Delegation.
    EU-Vertreter empfangen erstmals Taliban in Brüssel. (AFP/NICOLAS TUCAT)
    Der Besuch hatte im Vorfeld Kritik, unter anderem von Menschenrechtsvertretern hervorgerufen. Auch die Grünen kritisierten die diplomatische Öffnung der EU für Taliban-Vertreter. Deren Einladung nach Europa sei ein schwerwiegender Fehler, heißt es in einem offenen Brief mehrerer Bundestags-Abgeordneter an EU-Institutionen. Die Lage für Frauen und Mädchen in Afghanistan habe sich dramatisch verschlechtert; zudem habe sich dort die politische Unterdrückung verschärft.
    Auch die Bundesregierung lässt derzeit zusätzliche afghanische Konsularbeamte nach Deutschland, um mehr Straftäter nach Afghanistan abschieben zu können.
    Diese Nachricht wurde am 24.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.