Sonntag, 26. Juni 2022

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Europäische Fußball-Topklubs
"Barça, Real und Bayern werden auch in fünf Jahren noch oben sein"

Warum gehören nur wenige Fußball-Vereine langfristig zur europäischen Elite und warum bekommen sie immer die besten Spieler? "Wenn man ein Angebot hat von FC Bayern München, Real Madrid oder FC Barcelona, dann geht man als Spieler auch dahin. Da kann man sich als Borussia Dortmund noch so strecken", sagte Sportjournalist Ronald Reng im DLF.

Ronald Reng im Gespräch mit Matthias Friebe | 22.04.2017

Die Barcelona-Spieler Suarez, Messi und Neymar freuen sich im Berliner Olympia-Stadion über den Gewinn der Champions League. Messi hält den Pokal in den Händen und blinzelt in die Kamera.
Der FC Barcelona gehört zum elitären Zirkel der europäischen Fußball-Topklubs (Kay Nietfeld/dpa)
Ronald Reng beobachtet den Fußball international schon jahrelang und für ihn stehen die Top3 Europas fest: "Es ist ein fast geschlossener Kreis: FC Bayern München, Real Madrid, FC Barcelona." Es sei wie eine selbsterfüllende Prophezeiung: "Die Klubs sind die größten und die größten Spieler wollen zu den größten Klubs. Wenn man ein Angebot hat von FC Bayern München, Real Madrid oder FC Barcelona, dann geht man als Spieler auch dahin. Da kann man sich als Borussia Dortmund noch so strecken."
Man müsse als Klub der Reihe 1b versuchen, die kommenden Stars zu kaufen. "Man weiß aber auch, die sind in drei Jahren weg. Und was dazu kommt: Mittlerweile ist dieser Konkurrenzkampf über kommende Stars größer geworden. Theoretisch müsste der Abstand zwischen Topklubs und der Reihe 1b noch größer werden, weil sie auch schon die Talente abgreifen."
"Der Ruhm ist das Entscheidende"
Kurzfristig könne man sportlich in diese Phalanx eindringen, wie das Atlético Madrid gelungen ist. "Aber dauerhaft über zehn Jahre sind das doch immer wieder dieselben, die oben dabei sind. Barça, Real Madrid und Bayern werden auch in fünf Jahren noch da oben sein. Über mittelfristige Zeit sind dieses Klubs uneinholbar." Um langfristig dorthin zu kommen, müssten sich neue Vereine den "Mythos" erkaufen. "Das versuchen Paris St. Germain oder Manchester City seit drei, vier, fünf Jahren und sie sind erst in die Reihe 1b vorgestoßen."
Denn erstaunlich sei: "Es ist so etwas Altmodisches wie der Mythos, die berühmte Tradition, die im Fußball immer beschrien und beschworen ist. Das macht die Vereine groß. Dazu kommen die vollen Stadien, Flutlicht und man spielt für Barça vor 100.000. Im Hinterkopf spielen 50 Jahre Geschichte mit."
Ein weiterer Faktor sei die Attraktivität der Stadt: "Man lebt in Barcelona, man lebt in Madrid." Und die harten Fakten sind entscheidend: "Man gewinnt da Titel. Man wird da zu den größten Spielern der Welt." Natürlich verdiene man auch mehr Geld. "Aber ich denke: Der Ruhm ist das Entscheidende."
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Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.