Neue Regeln
Europäisches Asylsystem GEAS in Kraft - Bundesinnenminister Dobrindt hält vorerst an Grenzkontrollen fest

Bundesinnenminister Dobrindt will auch nach dem Inkrafttreten der EU-Asylreform vorerst an den Kontrollen an den deutschen Grenzen festhalten. Der CSU-Politiker sagte im ZDF, man habe dort noch immer mit einem "erheblichen Aufkommen" zu tun.

    Grenzkontrollen an der polnischen Grenze in Goerlitz (10.04.2026)
    Grenzkontrollen an der polnischen Grenze in Goerlitz (10.04.2026) (picture alliance / photothek.de | Florian Gaertner (Symbolbild))
    Zurückweisungen würden weiterhin durchgeführt. Dobrindt betonte zugleich, wenn im Zuge des neuen europäischen Asylsystems GEAS auch der Schutz der EU-Außengrenzen funktioniere, könnten die Kontrollen an den deutschen Grenzen schrittweise entfallen.
    Die am Freitag in Kraft getretene Reform sieht zahlreiche Verschärfungen vor und zielt darauf ab, dass weniger Asylsuchende in die EU kommen. Unter anderem sollen Verfahren an den Außengrenzen schnelle Entscheidungen und konsequente Abschiebungen ermöglichen. Besonders Menschen mit geringen Aussichten auf Asyl sollen ein beschleunigtes Verfahren mit einer Dauer von zwölf Wochen durchlaufen. Gleichzeitig soll ein Solidaritätsmechanismus die Lasten unter den EU-Ländern verteilen.
    Die EU-Kommission hatte Deutschland unlängst aufgefordert, die Kontrollen an Binnengrenzen im Schengenraum zu beenden. Auch die SPD drängt auf eine schrittweise Aufhebung.
    Diese Nachricht wurde am 12.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.