Gewerkschafts-Analyse
EVG warnt: Einstieg von Italo könnte Städte wie Jena oder Schwerin vom Fernverkehr abkoppeln

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG warnt davor, dass der geplante Einstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo zu Einschränkungen im deutschen Fernverkehr führen könnte.

    Ein Italo-Hochgeschwindigkeitszug steht am Bahnhof Venezia Santa Lucia in Venedig, Italien.
    Das italienische Bahn-Unternehmen Italo will in Deutschland ab 2028 Fernverkehrsfahrten anbieten (Archivbild). (picture alliance/NurPhoto/Michael Nguyen)
    Mindestens 16 Städten drohe die Abkoppelung vom ICE- und IC-Verkehr, heißt es in einer Analyse der Gewerkschaft, aus der die "Bild am Sonntag" zitiert. Der Grund: Die Deutsche Bahn könnte bei einem Einstieg von Italo weniger eigene Schnellzüge auf hochprofitable Strecken schicken. Dann verdiente sie weniger Geld, mit dem andere Fernverbindungen quersubventioniert werden könnten. Die EVG fordert daher Paketlösungen bei der Streckenzuteilung. Damit würde Italo verpflichtet, auch Zuglinien in der Provinz zu bedienen. Die Gewerkschaft betonte, wer auf den Hauptstrecken ordentlich Kasse machen wolle, dürfe sich nicht zu fein sein, Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena anzufahren.
    Der italienische Anbieter Italo will ab dem Jahr 2028 auch in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten, etwa auf der Strecke München-Berlin-Hamburg.
    Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.