
Die jüngste Kritik an dem CDU-Politiker sei ein "erschütterndes Beispiel dafür, wie heute das organisierte Erregungsbusiness" versuche, Menschen und Positionen durch Manipulation und Verdrehung zu verdrängen, sagte sie dem Tagesspiegel. Einige Reaktionen aus der Union würfen die Frage auf, ob CDU/CSU sich in einem Scheidungsprozess befänden. Günther wirke in der Unionsfamilie wie der Vertreter einer alten Zeit. Er argumentiere in Ruhe, mache sich Gedanken ums demokratische System, auch Sorgen um Jugendliche und deren Entwicklung. Künast führte aus, die Union sei "in einer Sackgasse". Seit Jahren übernehme sie Methoden und Themen des Populismus und Rechtsextremismus. Statt eigene Lösungen zu entwickeln, imitiere sie rechte Kampagnen – ein Vorgehen, das die AfD stärke.
Nius ließ Günther nach Auftritt in ZDF-Talkshow "Markus Lanz" abmahnen
In der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" hatte Günther Anfang Januar das rechtspopulistische Portal "Nius" von Ex-Bild-Chefredakteur Julian Reichelt kritisch erwähnt. Vor allem in Sozialen Medien wie X legten viele Günthers Worte als Befürwortung von Zensur aus. Mehrere Medien brachten kritische Kommentare zu den Aussagen Günthers. Auch der Deutsche Journalisten-Verband warf dem CDU-Politiker zunächst vor, Zensurmaßnahmen gegen Medien ins Spiel zu bringen. Der Bundesvorsitzende Beuster teilte mit, dies stehe in einem gravierenden Widerspruch zum Grundgesetz, wo es heiße: "Eine Zensur findet nicht statt". Später bezeichnete der DJV seine Pressemitteilung allerdings als "nicht geglückt".
Laut Kieler Nachrichten ging mittlerweile bei der Landesregierung eine Abmahnung eines Rechtsanwalts im Auftrag von Nius ein, in dem diese aufgefordert wird, die geäußerte Kritik zu unterlassen.
Günther erklärte sich nach Äußerungen bei Markus Lanz
Günther hatte gesagt, wenn er sich einen Nius-Artikel angucke, "mit dem ich irgendwas zu tun habe, kann ich nur sagen, da stimmt in der Regel nichts drin." Die Inhalte seien "einfach vollkommen faktenfrei". Er erklärte zudem, dass solche Online-Portale und Inhalte seiner Ansicht nach demokratiefeindlich wirkten. Nach dieser Diskussion fragte Lanz den Ministerpräsidenten, ob dies ein Verbot oder Zensur erfordere. Günther antwortete mit "Ja" und sprach unmittelbar danach von Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen vor problematischen Inhalten in Sozialen Medien. Er plädierte dabei für eine Altersbeschränkung auf 16 Jahre, ähnlich wie sie etwa in Australien umgesetzt werde.
Gegenüber den Kieler Nachrichten erklärte Günther später, auf ein solches Social-Media-Verbot habe sich seine Antwort auf die Nachfrage des Moderators bezogen. "Ein Verbot oder eine Zensur von Medienportalen habe ich zu keinem Zeitpunkt thematisiert."
Journalistin Melanie Amann war ebenfalls in der Lanz-Sendung und bekräftigte Günthers spätere Erklärungen
Ähnlich hatte er sich bereits in einem Beitrag bei Instagram geäußert. Ziel seiner Aussagen sei es gewesen, für hohe Qualitätsstandards unabhängiger Medien einzutreten und sich gegen Fake News sowie politische Kampagnen sogenannter alternativer Medien zu positionieren. Aktivismus – egal von welcher politischen Seite – sei kein Journalismus, schrieb Günther. Und nicht überall, wo Journalismus draufstehe, sei auch Journalismus drin.
Die Journalistin Melanie Amann, die mit Günther Gast der Talkshow war, sagte im Deutschlandfunk, sie habe Günther bereits in der Sendung so verstanden, dass es ihm um ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gegangen sei.
Diese Nachricht wurde am 23.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.


