Waldbrandursache
Experte: "Wälder entzünden sich nicht selbst"

In Deutschland brennen in vielen Bundesländern Wälder. In einem Großteil der Fälle sind offenbar Menschen direkt oder indirekt verantwortlich. Denn Wälder entzündeten sich nicht selbst - darauf weist ein Fachmann für Waldschutz, Prof. Michael Müller von der Technischen Universität Dresden, hin.

    Brandenburg, Lieberose: Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg.
    Die meisten Waldbrände werden nach Ansicht von Experten mit Absicht gelegt (Patrick Pleul/ZB/dpa)
    Müller sagte der Katholischen Nachrichtenagentur es gebe keine Selbstentzündung in Wäldern aufgrund von Sonnenstrahlung oder Wärme. Die einzig natürliche Waldbrandursache ist demnach in Deutschland ein Blitzeinschlag bei Gewitter. Alles andere ist nach Worten des Experten menschengemacht, "reicht von der Entzündung durch alte Munition über Fahrlässigkeit und Unfälle bis durchaus sehr häufig zur Brandstiftung".
    Auch eine Glasscherbe könne keinen Waldbrand verursachen, betont Autor und Forstwirt Peter Wohlleben. Er schätzt, dass rund zwei Drittel der Waldbrände mit Absicht gelegt werden. Einen Grund für die rasche Ausbreitung von Bränden sieht Wohlleben in der Aufforstung mit Nadelbäumen. Kiefer, Fichte oder Douglasie seien voller ätherischer Öle, die leicht brennen.
    Waldschutz-Experte Müller sieht die Brände durch die Trockenheit und den Klimawandel begünstigt: "Es brennt nicht, weil es warm ist. Es brennt, weil es trocken ist und Menschen Waldbrände verursachen."
    Diese Nachricht wurde am 15.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.