Lecanemab
Expertengremium sieht keinen Zusatznutzen für neuen Alzheimer-Wirkstoff

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken sieht in dem im vergangenen Jahr zugelassenen Alzheimer-Wirkstoff "Lecanemab" keinen Zusatznutzen gegenüber bisherigen Therapieformen. Das Expertengremium erklärte, der Wirkstoff habe bei Symptomatik oder Lebensqualität nicht besser abgeschnitten als Behandlungen, die nur auf Symptome zielten.

    Ein Arzt betrachtet den Scan eines Gehirn auf einem Bildschirm.
    Lecanemab galt als Hoffnungsträger gegen Alzheimer. (picture alliance / Image Source / Andrew Brookes)
    Lecanemab richtet sich im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen erstmals gegen Eiweißablagerungen im Gehirn, was als eine mögliche Ursache von Alzheimer gesehen wird. Es kann bei bestimmten Patienten den Krankheitsverlauf in der Frühphase leicht verzögern. Um Heilung geht es dabei aber nicht.
    Der Wirkstoff ist unter dem Handelsnamen Leqembi seit September 2025 in Deutschland auf dem Markt und kann trotz des Beschlusses zunächst weiter verordnet werden. Die Einschätzung der Experten bildet nun die Grundlage für Preisverhandlungen für das Arzneimittel zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen und dem Hersteller.
    Diese Nachricht wurde am 19.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.